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Kapitel 2

Müde gähnte ich und stolperte dabei durch die Wohnung. Irgendwo hier war die Kaffeemaschine. Ich war kein Morgenmensch. Für mich war es völlig unverständlich, warum man so früh aufstehen musste. Und Andrew immer noch schlief, wenn ich seine Wohnung verließ. Es war nicht auch meine Wohnung, würde es nie sein.
Ich seufzte und schaute der Kaffeemaschine zu, wie sie ihre Arbeit verrichtete. Wie lange würde er mich noch hier halten? Wie lange wird es dauern, bis er die Nerven oder Lust verliert und ich wieder mein gewohntes Leben führen kann?
So schwer es mir fiel, ich mochte diese Wohnung. Mir gefielen die kleinen Sachen, die hier herumlagen. Die Zeitschriften, die Cd’s und Dvd’s. Gott, ich hang sogar an der Tapete. Die wenigen Tage haben mir gezeigt, dass meine kleine Welt nicht kalt und leer sein muss. Doch wenn Andrew mich….
Der Kaffee war fertig. Schluss mit dem Nachdenken!
Ich hinterließ noch eine Nachricht, dass die letzte Stunde ausfallen würde. Ich wusste nicht, wie aktuell seine Informationen waren und ging somit auf Nummer sicher. Natürlich konnte ich die Zeit auch mit Georg in einem Cafe verbringen. Nach einer kurzen Überlegungszeit steckte ich die Nachricht in meine Hosentasche. Ich hatte heute Freizeit und ich gedachte sie zu nutzen.

Ich traf Georg, wie er vor der Schule stand und seine letzte Zigarette vor Schulbeginn rauchte. Mit einem Grinsen auf den Lippen schlich ich mich an, er war gerade in irgendwelchen Tagträumen gefangen, und legte von hinten meine Arme um ihn. „Hab dich.“, verkündete ich.
Er erschrak und drehte sich im gleichen Moment noch um.
„Hah,…“; murmelte er. Die restlichen Worte verstand ich nicht. Vielleicht war das ein neues Spiel?
„Georg!“
„Oh. Wer ist sie?“
“Meine Neue.“, verkündete er wie den Untergang der Welt.
„Erzähl mir später alles.“
„Oh nein! Du Schnepfe bleibst hier!“, schrie sie zu mir Das war neu. Seit wann hatte ich etwas mit Georgs Freundinnen zu tun?
Keuchend stand eine Frau vor mir, gerechterweise eher Frauchen. Blonde Haare, geschminkt für die nächsten zwei Jahrzehnte und Klamotten aus der Kinderabteilung.
„So du Zicke, endlich lerne ich dich mal kennen.“
„Zügel deine Zunge Püppchen, bevor ich beschließe sie dir abzuschneiden.“, zischte ich zurück. Wer war ich denn, dass ich mich so dumm anmachen ließ?
„Carol, beruhig dich mal.“
„Ich glaub ich spinne, hast du nicht gehört, was sie zu mir gesagt hat?“
„Doch habe ich. Aber du kommst hier angerannt und ziehst sie einfach in unsere Angelegenheiten.“
Sprachlos stand sie da. Sie hatte wohl nicht damit gerechnet, dass er für mich Partei ergreifen würde.
„Drehen hier denn alle durch?“
Ich glaube eher, dass das Püppchen durchdrehte.
„In unsere Angelegenheiten ziehen? Georg! Du hast gestern ihren Namen gestöhnt, als du gekommen bist!“
Okay. Das musste erstmal verdaut werden.
„Versteh das jetzt nicht falsch.“, bat Georg.
Wie konnte man das denn falsch verstehen?
„Ich habe deinen Namen nicht gestöhnt.“
Aha, was denn nun?
„Aber…“ „Klappe! Kann mir mal einer erklären, was hier los ist?“
Das Püppchen drehte schnippisch den Kopf.
„Georg und ich hatten gestern ein Date in dem alten Cafe an der Ecke…“
„Die Kurzfassung bitte!“, unterbrach ich sie.
Carol schmollte daraufhin kurz. „Als wir gestern bei mir waren, weil meine Eltern glücklicherweise im Urlaub sind, haben wir miteinander geschlafen.“
Ich fühlte mich berufen ein „Glückwunsch“ in den Raum zu werfen.
„Als er mir dann seine Künste eindrucksvoll bewiesen hatte und wir beide nah dem Ende waren, stöhnte er plötzlich einen anderen Namen. Es war auf jeden Fall nicht meiner! Und weil er immer mit dir herumhängt wusste ich, dass es deiner ist! Nadja!“
Zweifelnd schaute ich erst Carol, dann Georg an.
„Wer ist Nadja?“
Da wurde ich verwundert angeschaut.
„Na du!“
Amüsiert schüttelte ich den Kopf. „Nein, ich heiße Lucy. Und ich habe nur diesen einen Namen.“
„Georg!“ Wendete Carol ihre Aufmerksamkeit dem Mann in der Runde zu. „Wer ist Nadja?“
„Nadja ist meine Ex und anscheinend bin ich noch nicht über sie hinweg. Wir sollten uns nicht mehr sehen. Es ist aus.“
Damit ließen wir das Püppchen zurück und machten uns auf zur ersten Unterrichtsstunde. Ich fing an zu lachen und konnte gar nicht mehr aufhören.

„Lucy! Georg! Ihr seid zu spät! Was hat euch aufgehalten?“
„Oh, oh, dass müssen Sie wissen. Gerade kam so ein mit Make-up zugekleistertes Mädel auf mich zu und hat mir brühwarm ihr Sexleben offenbart.“
Herr Tegg sah mich schief von der Seite an. Er war frisch aus der Uni und jeder Schüler hatte den „jungen“ Lehrer sofort ins Herz geschlossen. Besonders da unter der Hand bekannt war, dass er die Regeln nicht immer allzu streng befolgte.
„Und da konntest du nicht weggehen?“
„Nein, sie ließ mich ja nicht, weil sie dachte, ich hätte eine Affäre mit ihrem Freund. Es war so herrlich, als sich herausstellte, dass es nicht ich, sondern seine Ex war.“
Die Geschichte war zu köstlich, um sie nicht mit anderen zu teilen. Allerdings war ich kein Arschloch, nicht zu meinem besten und längsten Freund.
„Und Georg? Was ist deine Geschichte? Hat dich Lucys Freund belästigt?“
„Tze, das wird nie passieren. Nein, ich musste ganz einfach noch mal auf Toilette, was dann länger gedauert hat.“
„Danke für die Informationen. Setzt euch endlich, damit wir anfangen können.“

„Wolltest du sie loswerden oder hängst du wirklich noch an deiner Ex?“
„Sie ging mir auf die Nerven. Sie wollte alles bestimmen. Sie hat mir gestern sogar vorgeschrieben, in welcher Stellung sie es wollte, mit Winkelgrößeangaben. Im Restaurant war es das gleiche. Sie hat für mich bestellt, ohne, dass ich einen Blick in die Speisekarte geworfen hatte. Du weißt doch wie ich Wein hasse. Und sie bestellt trotzdem ungefragt welchen für mich. Sie hatte schon ein komplettes Bild von ihrem Freund in Gedanken, welches sie mir aufzwingen wollte.“
„Du meine Güte, was für ein Kontrollfreak.“
„Ja, da hab ich halt einfach einen anderen Namen gestöhnt. Immer noch die beste Methode effektiv eine Frau zu verkraulen.“
„Du bist ja so fies.“
„Ich hatte nur nicht mir ihrem Auftritt gerade eben gerechnet.“
„Da kam in der Tat unerwartet. Schon als sie mich Nadja nannte, musste ich mich stark zusammenreißen, damit ich ihr nicht mitten ins Gesicht lache.“

Nach der Stunde ging ich zu Herr.Tegg. Georg wollte noch die letzten Feinheiten mit Carol bereden. Ich klopfte an seine Tür.
„Herein.“
„Hey.“
„Oh, du bist’s.“
„Kriegst wohl mehr Besuch als dir lieb ist. Soll ich wieder gehen?“
„Nein, bleib ruhig.“ Er kramte in dem Chaos auf seinem Schreibtisch herum. „Ich suche nur die Arbeiten von letzter Woche.“
„Die kannst du ruhig begraben lassen.“
Als ich letztes Jahr auf die Schule kam und sich unter den Lehrern breit machte, dass ich die Neffin vom Direktor war, hat mich jeder distanziert behandelt. Statt ein paar Pluspunkten, hat es mir jeder Lehrer umso schwerer gemacht. Ich war ziemlich angefressen von der Situation gewesen und war deshalb so froh gewesen, dass mich einer normal behandelte. Als Ausgleich tat ich ihm ab und zu einen gefallen, wie zum Beispiel eine hartnäckige Verehrerin zu verscheuchen oder einfach nur ein Eis zu holen. Mit der Zeit hatten wir uns angefreundet.
„Keine Chance. Die wirst du zurückbekommen und wenn ich bis in die Nacht bleiben muss.“
„Na danke.“ Ich setze mich auf ein winziges freies Stück auf dem Schreibtisch.
„Kannst du was für dich behalten?“
Er sah auf. „Schon, wieso?“
„Ich hab da so ein Problem.“
„Was du Georg nicht erzählen kannst?“
„Lieber nicht.“
Er wandte sich ganz zu mir. „Um was geht es?“
Seit kurzem hielt mich ein Typ gefangen. Nein, falscher Anfang. Ich wohnte in einer einsamen Wohnung und plötzlich war ich in einer ungewohnten, aber angenehmen Umgebung. Nein. Ich wurde freundlicher. Nein. Seufzend gab ich auf.
„Danke.“
„Immer wieder gern.“
Zum Glück hatte ich so eine Aktion nicht zum ersten Mal gemacht. Herr Tegg, oder auch Ian, konnte Situationen gut analysieren und hatte eigentlich immer einen hilfreichen Rat, nur konnte ich mich manchmal einfach nicht überwinden zu viele Informationen preiszugeben. Wir kannten uns auch noch nicht so lange.
„Ah.“
„Ja?“
„Wenn du ein Mann wärst...“ Er runzelte die Stirn bei diesen Worten. „und mit einer Frau schlafen würdest, könntest du dann verhemmend verweigern Sex mit ihr gehabt zu haben und sie plötzlich wie ein Kind behandeln? Und würdest du sie trotzdem noch küssen und berühren, aber nie weiter gehen?“
„In was hast du dich denn da reingeritten?“
„Und zwar wortwörtlich.“, fügte ich an.
„Ich könnte keine Frau, mit der ich mal was hatte, plötzlich nicht mehr als attraktive Person sehen. Weshalb er dich wohl auch noch küsst. Weiter wird er allerdings nicht gehen, wenn er dich als Kind ansehen soll.“
Aus der Perspektive hatte ich die Situation noch nicht betrachtet. Wenn er mich nun nicht anfassen sollte, sondern auf mich aufpassen, ja, das wäre logisch.
„Mhm.“
„Runter von Tisch. Hier stehen so viele Stühle rum. Benutz einen.“
„Würde ich, wenn sie nicht voll Sachen wären.“
Er blickte sich um, als hätte er gar nicht mitbekommen, wie er jeden Quadratmillimeter Fläche zukleisterte.
„Trotzdem runter.“
„Schon gut. Danke für den Tipp. Ich muss eh wieder in den Unterricht.“
„Du wirst es nicht rechtzeitig schaffen.“
„Mach dir keine Sorgen. Der wird mich nur einen Aufsatz in Deutsch schreiben lassen. Als ob das schwierig für mich wäre.“
„Ich versteh nicht, warum die Lehrer dich so schikanieren.“
„Oh. Immerhin bin ich mit dem Rektor verwand und nutze seine Stellung schamlos aus.“
„Du hast doch gar keine Gelegenheit dazu.“
Ich zucke mit den Schultern.
Inzwischen war ich die beste Schülerin der Stufe. Die Lehrer hatten mir immer Aufgaben gegeben, die keine Schülerin lösen konnte, wenn sie einfach nur im Unterricht aufpasste. Ich wurde quasi gezwungen, mir jeden Stoff bis in die letzte Zelle einzuprägen. Ich hätte auch kapitulieren können. Nur war ich dazu viel zu Stolz. Lieber nahm ich den Schulstoff mit in einen Club und lernte manchmal die Nacht durch, vorausgesetzt ich fand an dem Abend niemand interessantes. Und es gab weitaus Schlimmeres, als in jedem Fach eine Eins stehen zu haben. Zudem ärgerten sich die Lehrer schwarz, da ich wirklich alles zu wissen schien.

„Frau Daster! Sie kommen zu spät!“
„Das ist mir bewusst. Ich hatte noch etwas mit Herr Tegg bezüglich seiner letzten Unterrichtsstunde zu klären.“
„Gewöhnen Sie sich endlich diesen überheblichen Ton ab! Setzten, sofort! Sie schreiben erstmal einen Überraschungstest.“
Schon wieder? Der letzte war noch keine 4 Tage alt.
„Über was?“
Kurz schien der Lehrer verwirrt. Wir hatten kein neues Thema angefangen und über Friedrich Dürrenmatt hatte ich schon einen Test geschrieben. Über alle seine Werke.
„Sie werden jetzt aufhören so dümmlich zu grinsen! Ich möchte morgen einen ausgearbeiteten Aufsatz über Friedrich Schiller und seine Dramen in meinem Fach haben! Und zwar noch vor der ersten Stunde!“
Oh, das wird herrlich.
„Herr Polper, ich muss mich entschuldigen, aber ich habe schon vor zwei Wochen eingereicht, dass ich morgen nicht vor der dritten Stunde da sein werde, da ich einen Termin habe, den ich wahrnehmen muss.“
Wie erwartet wurde sein Gesicht vor Zorn noch röter. Den Aufsatz hatte ich schon in der Mittelschule machen müssen. Den müsste ich nur suchen und überarbeiten. Zum Glück hatte ich alle Materialien aufgehoben.
„Dann sobald sie wieder da sind! Gehen sie vor die Tür! Ich werde ihr aufmüpfiges Verhalten nicht länger tolerieren!“
Gemütlich stand ich wieder auf, zwinkerte Georg zu und ging wieder raus. Der Lehrer war einer der Schlimmsten. Bei dem war ich wirklich jede Stunde draußen. Georg würde mir in ein paar Minuten folgen. Die Stunde würden wir dann bei der alten Cafeteriafrau verbringen.
„Na?“
„Hey! Da bist du ja schon. Eine Minute. Das ist ein neuer Rekord.“
„Ja, als ich ihn darauf angesprochen hatte, dass die andere Klasse schon bei der schriftlichen Erörterung ist, ist er ausgetickt und hat mich rausgeworfen.“
„Kaffee?“
„Klar. Die Cafeteriafrau wartet bestimmt schon.“

„Gibt es was Neues?“
„Mh. Ian geht es gut. Erstickt langsam in seinem Müll, wurde aber noch nicht von der sieben Tage alten Pizza angegriffen.“
„Dann ist ja gut. Wann können wir eigentlich mal wieder einen Filmabend machen? Hast du da mal nachgefragt?“ Ein paar Sekunden verstrichen.
„Oh Gott, das hört sich an, als wäre er dein Vater.“
„Er benimmt sich wirklich wie ein Aufpasser! Ich hab ihn gestern darauf angesprochen.“
„Und?“
„Dieser Arsch hat nur abgeblockt und mir noch ein Buch hingelegt.“
„Ist er gestern mit dem falschen Fuß aufgestanden?“
„Ich hab keine Ahnung. Da geht schon seit ein paar Tagen so. Aber er besteht trotzdem darauf, dass er mich abholt und ich meine Zeit mit ihm verbringe. Total Schwachsinnig, wenn er mich eh nur ignoriert oder anblafft.“
„Warum macht der denn das eigentlich?“
„Ich hab da eine Theorie, ich bin mir nur noch nicht sicher. Und da alles noch so ungewiss ist, möchte ich noch nichts sagen.“
„Sprich aber mit mir, bevor es übel wird.“
„Das einzige, was ich nicht mehr lange aushalte ist der Sexentzug.“
„War klar, dass du nur an das eine denkst.“
„Und du willst wirklich nicht mal kurz?“, sagte ich beiläufig.
„Nicht wirklich.“, entgegnete er in der gleichen Tonlage.
Ein Schlag auf dem Hinterkopf lenkt mich von weiteren Überredungsversuchen ab.
Ian stand hinter uns.
„Ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass du Georg nicht so anbaggern sollst.“
Er unterbrach sich selbst. Man konnte förmlich sehen, wie er einen Gedankenblitz hatte.
„Sag mir nicht, er ist die Person, über die wir vorhin geredet haben.“
„Nein. Das ist ein anderer.“
„Wenigstens was. Warum seid ihr eigentlich schon wieder hier?“
„Ich wurde rausgeschmissen.“, gab ich freimütig zu. Ian wusste eh wie die Lehrer mich behandelten.
„Warum diesmal?“, seufzte er.
„Der hat nur Schwachsinn geredet und nett, wie ich bin, hab ich ihn berichtigt. Da ist der ausgeflippt und hat mich rausgeworfen.“
„Und du?“, wandte er sich an Georg.
„Och, er wollte mir seine Liebe zeigen und in meiner Nähe sein.“, mischte ich mich ein.
Noch einmal spürte ich einen harten Schlag auf meinem Kopf. Der Schmerz breitete sich rasend schnell aus und wurde dann zu einem dumpfen Pochen, was nicht zu schnell verschwinden wollte. Wunderbar, jetzt hatte ich auch noch Kopfschmerzen. Mein „Geliebter“ war nicht gerade zimperlich mit mir.
„Mir war langweilig.“, gab er betont neutral preis. Natürlich war er mir gefolgt, um mir Gesellschaft zu leisten, aber nicht, weil er mich abgöttisch liebte. Jedoch war ihm selbst der triviale Grund der Freundschaft peinlich.
„Frau Daster!“, wurde über die Gänge der Schule gebrüllt. Da hatte der Pauker wohl meine Abwesenheit bemerkt.
„Keine Sorge Herr Polper.“, rief Ian zurück. „Sie ist hier. Wir diskutieren gerade eine Frage aus.“ Schnell schnappte er sich meinen Kaffee und nahm in genau dem Moment einen Schluck daraus, als der Lehrer angestampft kam.
„Herr Perodd, warum sind sie hier?“
„Er war ebenfalls an dem Thema interessiert.“
Selbst der Pauker durchschaute die schlichte Ausrede, wusste nur nicht, ob er den heißbegehrten jungen Mann vor den Schülern angreifen sollte oder nicht.
„Um was geht es denn? Vielleicht kann ich der kleinen Runde aushelfen?“, versuchte er den Schwindel auffliegen zu lassen. Doch Ian war keinesfalls dumm. Nicht umsonst ist er schon in jungen Jahren ein anerkannter Lehrer geworden.
„Wir haben versucht herauszufinden, warum manche Menschen sich nur auf eine Informationsquelle verlassen, wo man sich doch nie sicher sein kann, dass diese die Wahrheit erzählen, obwohl wir drei einstimmig dazu tendieren Informationen zu hinterfragen.“
Der versteckt Angriff wurde gar nicht verstanden und ignoriert.
„Ist doch egal! Zurück zum Unterricht, alle Beide!“ Schon war er wieder verschwunden, um die restliche Klasse mit seiner Anwesenheit zu beglücken.
Ich kippte noch schnell meinen Kaffee hinter und machte mich langsam auf den Weg. Georg würde eh noch einmal auf „Toilette gehen“, was seine Bezeichnung für eine Rauchen war. „Viel Spaß!“, wünschte mir Ian. Ich hob die Hand, als Zeichen, dass ich verstanden hatte.

„Einsteigen.“
Stumm setzte ich mich rein. Ich hatte ihm nichts von dem Ausfall gesagt und doch stand sein Auto nun vor mir. Mürrisch schnallte ich mich an und warf Andrew einen giftigen Blick zu. „Ich gehe morgen zu Georg, Videoabend.“
„Nein.“, antwortete er, machte sich eine Zigarette an und startete den Wagen.
„Steig aus, wenn du rauchen willst, ich will nicht davon verpestet werden!“
Ebenso mies gelaunt, wie ich, schmiss er die kaum verbrauchte Kippe aus dem Fenster. „Warum nicht? Ich bin schon seit dem Kindergarten mit Georg befreundet und zwischen uns war nie etwas.“
Er fuhr einfach weiter, ohne mich zu beachten.
Arschloch!
„Kannst du mir mal verraten, was in den letzten Tagen mit dir los ist? Du redest nur das Nötigste mit mir, schaust mich sonst nur mit dem Arsch an und beschwerst dich dann auch noch, wenn ich meinen Mund aufmache.“
Abrupt hielt er rechts an und drehte sich zu mir um. Ich registrierte das gar nicht, ich stand noch zu sehr unter Schock. Lebte ich noch?
So heftig, dass ich mich nicht dagegen wehren konnte, zog er mich zu sich und küsste mich verlangend. Ich wusste gar nicht, was los ist. Ich wurde von einem traumatischen in ein unerwartetes Erlebnis geschleudert und kam den Situationssprüngen gar nicht hinterher. Mein Körper begriff schneller, was Andrew gerade mit mir machte, juchzte auf und schickte ein Kribbeln und Prickeln durch mich. Ich fühlte einen Schauer, doch einzig auf diese Lippen konnte ich mich konzentrieren. So rau. So sinnlich. So männlich!
Ich stöhnte in seinen Mund und bog meinen Rücken durch. Eine Hand hielt fast schmerzvoll meinen Kopf, drückte mich immer weiter zu ihm. Er knurrte auf und verschlang mich dabei. Ich fühlte mich, als würde ich aufgefressen werden und es war himmlisch. Ich rückte noch weiter zu ihm, fuhr mit einer Hand über seinen muskulösen Oberkörper. Die Hand wanderte tiefer, bis zum Saum seines Hemdes und verschwand darunter. Mit den Nägeln reizte ich seine empfindliche Bauchdecke immer mehr. Fuhr die göttlichen Muskeln nach und wollte gerade das Gebiet unter der Hose erkunden, als er den Kuss unterbrach. Er sah mich an, sicher ein paar Minuten, aber mir war es scheißegal, wie spät es war oder wie lange er mich betrachtete.
Ruckartig wurde ich wieder zu ihm gezogen. Er musste die Gurte gelöst haben, da ich auf einmal auf seinem Schoß saß. Und ich war verdammt stolz darauf, dass er auf mich reagierte. In meiner Position spürte ich es überdeutlich. Seine Lippen fanden die meine und sofort entfachte erneut ein Feuer in mir, welches mich innerlich zu verbrennen drohte. Ich schmiegte mich noch weiter an ihn, wollte mehr. Ich wollte seine Haut spüren, seine Wärme, wollte seinen Geruch in mich einbrennen. Unbewusst fing ich an mich zu bewegen. Ich konnte mich weder beherrschen oder auch nur einen klaren Gedanken fassen. Er sollte bloß nicht aufhören!
Fordernd fing er an meine Brüste zu massieren. Wieder knurrte er wohlwollend auf. Der Jäger hatte seine Beute.
Genauso überraschend wie er angefangen hatte, hörte er leider wieder auf.
„Was?“, konnte ich nur schweratmend und belegt fragen.
„Oh Gott!“, antwortete er ebenso außer Atem. „Ich wusste es.“
Was wusste er? Dass ich eine Frau war?
„Ich kann das nicht! Das darf einfach nicht passieren!“
„Und noch einmal auf Deutsch?“, fragte ich fordernd. Langsam hatte ich dieses hin und her satt, gerade, wo ich jetzt wusste, dass er mich ebenso wollte wie ungekehrt. Der Typ schaffte mich noch, mit dem ständigen zwischendrin aufhören.
„Du musst… wir sollten…Verdammt, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.“
„Wie wäre es mit, mich aufzuklären?“
„Da fängt es ja schon an. Lass mich uns zuerst zurückbringen.“
Er fuhr einfach wieder los! Einfach so! Ungeachtet seines körperlichen Zustands! Der war doch kein Mensch mehr!



Ich finde noch einen Titel! Ich versprech's! Zum nächsten Kapitel hab ich einen!
8.9.08 22:13
 


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