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Memory

Haben alle Menschen ein Recht zu leben? Nein, nicht wenn ihr mich kennt. Jeden Tag schleiche ich durch die Gänge und versuche niemandem im Weg zu stehen. Was wirklich schwieriger ist als man glaubt.
Ich weiß nicht warum alle immer das verlangen danach haben mich zu schlagen und zu beleidigen. Vielleicht sind es ja meine Haare, oder sie wissen einfach ganz genau, dass ich mich nicht wehren kann.
Mit meinen nicht vorhandenen Muskeln komm ich nicht mal gegen ein Mädchen an. Auch wenn diese als Arnold-Schwarzenegger-Schläger-Imitat bekannt ist, es ist schon demütigend.
„Hey, Nicilein, was machst du denn noch hier?“, erklingt es plötzlich hinter mir. Ich weiß ganz genau zu wem diese vor Sarkasmus triefende Stimme gehört. Mike Baumann, der Obermacker der Schule und mein persönlicher Peiniger. Mit seinen Anhängern kommt er auf mich zu.
„Ich will nach Hause.“, antworte ich ihm monoton.
Leider ist er aber nicht dumm oder arschlangsam, wie treu nach dem Motto: „Viele Muskeln, wenig Hirn.“ So muskulös ist er auch gar nicht, eher seine Gefolgsleute. Deshalb stellt er sich auch gleich vor mich.
„Aber Nici, ich fragte was du hier gemacht hast, nicht was du machen willst.“, sagt er scheinheilig und beugt sich zu mir vor. „Das interessiert nämlich keinen!“
Wie auf ein Signal hin greift mich einer seiner Freunde an.
Es ist jeden Tag das gleiche. Egal wie schnell oder langsam ich bin, sie finden mich immer und lassen mich dafür bezahlen, dass ich weglaufen wollte.
Täglich schlagen sie auf mich ein und ich kann nichts anderes machen als abzuwarten, dass sie endlich gehen.
Früher hab ich mich ernsthaft gefragt warum er mich so plötzlich so sehr verabscheute, denn auch wenn er mich nicht anrührt gibt Mike die Befehle. Heute ist es mir egal. Was ändert es schon?
Eine halbe Stunde später geht er. „Ich wünsch dir noch viel Spaß, Nici!“
Ich hasse es wie er mich nennt und seine ganze Art zu reden, diesen schmalen Grad zwischen Scheinheiligkeit und Sarkasmus zu nehmen.
Hustend komme ich wieder auf die Beine.
Ich kann mich noch verschwommen daran erinnern wie er war, bevor er angefangen hat mich verprügeln zu lassen.
Er war nett und immer in meiner Nähe. Ständig hat er gelächelt, aber ich kann nicht mehr sagen ob er mich meinte oder jemand anderes, nicht mal ob es ehrlich war.
Und von einem auf den anderen Tag beleidigte er mich und irgendwann wurde es halt so, wie es jetzt ist.
Ich wusste nicht warum er freundlich zu mir war und ich weiß nicht warum er mich hasst. Irgendwie hat sich nichts verändert.
Zischend hole ich Luft und versuche den Schmerz im Körper zu unterdrücken. Ich hatte eine Stufe übersehen.
Naja, außer dass ich jetzt sein kleiner Sandsack inklusive Fußabtreter bin.
Erleichtert schließe ich die Tür auf und lasse mein Rucksack einfach fallen.
Ich sollte mich erstmal umziehen. Langsam gehe ich in mein Zimmer und auf den Spiegelschrank zu.
Kritisch betrachte ich mich in diesem. Meine Haut ist wie immer hell und hebt sich stark von meiner dunklen Kleidung ab.
Ich hatte noch nie das Bedürfnis in hellen Sachen rumzulaufen. Es würde sowieso niemanden auffallen, selbst wenn ich plötzlich grüne Haare hätte.
Ah, halt! Sie würden es sehr wohl bemerken, sollten sie jemanden zum abreagieren brauchen.
Wie jeden Tag bemerke ich, dass ich für einen Jungen zu schmal bin und zu feine Gesichtszüge habe. Meine kurzen braunen Haare sind glatt und lassen mich noch weiblicher aussehen. Zudem habe ich grüne Augen, welche mir immer gleichgültig und kalt entgegenblicken.
Ein Fremder hatte mir mal gesagt, dass er noch nie traurigere und einsamere Augen als meine gesehen hätte. Bis heute verstehe ich nicht was er meint.
Vorsichtig ziehe ich mir ein grünes t-shirt über, sowie eine dunkelblaue Jeans.
Leise höre ich wie die Tür aufgemacht wird. Also ist meine Mutter wieder da.
Seufzend fahre ich mir durch die Haare.
Die hat mir gerade noch gefehlt. Sie wird wieder einen Aufstand machen, weil ich schon wieder blaue Flecke habe. Da ist mein Vater wirklich praktischer. Er sagt nur, dass ich dadurch nicht verweichlichen würde. Als ob ich das je könnte.
„Schatz, bist du da? Hast du Hunger?“, ruft sie mir aus der Küche zu.
„Nein, ich habe keinen Hunger.“, antwortete ich bemüht freundlich. Wie könnte ich auch nach so einer Tortur Hunger haben?
„Aber Schatz, du musst doch essen. Du fällst doch schon so vom Fleisch!“
Irgendwann muss sie mal zu viele Mutterinstinkte geschluckt haben. Deshalb mache ich das, was ich immer mache.
„Ich habe schon gegessen Mum.“ Ich lüge einfach. So erspare ich mir etliche Probleme. Genauso verheimliche ich einige Sachen, wie zum Beispiel den Alkohol in meinem Schrank und die danebenliegenden Zigaretten. Natürlich ist das versteckt.
Zum Glück sind meine Eltern sowieso nicht oft da. Sie müssen wegen ihrer Arbeit ständig verreisen. Während mein Vater nur vier Mal im Jahr kommt, ist meine Mutter fast jede Woche da.
„Ach so, aber hast du schon deine Hausaufgaben gemacht?“
Die kann nie aufhören.
„Wir haben keine auf. Und ich will jetzt gern entspannen.“
Ich bin wirklich müde, ein paar Stunden schlaf können nicht schaden. Doch plötzlich klingelt es an der Tür.
Nach ein paar Minuten fragt mich meine Mutter, ob ich nicht die neuen Nachbarn kennen lernen will. Da dies keine Frage im eigentlichen Sinn ist, sondern eine Aufforderung sofort zur Tür zu kommen, erhebe ich mich wider Willen und stelle fest, dass die Schmerzen zurückgegangen sind. Wurde aber auch Zeit.

Na toll, was haben die denn dem gegeben. Der Junge, Sohn der Nachbarn, wie ich gerade erfahre, grinst mich übers ganze Gesicht an. Ich dagegen verziehe keine Miene. Nur nicht zu freundlich sein, sonst nimmt der es am Ende noch persönlich.
Bringen wir es hinter uns. „Guten Tag Herr Söber, Frau Söber.“ Nacheinander gebe ich beiden die Hand.
„Du bist Nico, richtig? Ich bin Alexander. Schön dich kennen zu lernen. Hast du nicht Lust zu mir rüber zu kommen? Oder wie wäre es, wenn wir raus gehen?“
Nichtssagend schaue ich ihn an und frage mich, ob der wirklich auf Drogen ist.
Eigentlich müsste ich jetzt irgendeine Zustimmung von mir geben, schon der Höflichkeit wegen. Aber da ich einfach keine Lust habe, lasse ich mir schnell was einfallen.
„Entschuldige, aber mir ist gerade eine wichtige Aufgabe für die Schule eingefallen. Vielleicht ein anderes Mal.“
‚Mit anderthalb Lügen kommt man durch die Welt’, warum mir das gerade jetzt einfällt weiß ich nicht.
„Hey, dann werde ich dir helfen.“, legt der Geisteskranke vor mir auch schon fest.
Es würde mir wirklich gefallen, wenn man vorher auch mich fragt. Im selben Augenblick fällt mir ein, dass genau das nicht in mein Leben passen würde. Immerhin fragt auch Mike nicht, ob ich geschlagen werden will. Wann hat diese Tatsache eigentlich an Bedeutung verloren?
Langsam merke ich, dass ich schon wieder zu viel nachdenke und noch immer nicht geantwortet habe, was ich nachholen sollte wenn ich nicht den Neuen an die Backe geklebt haben will.
„Das mache ich lieber alleine. Es war nett sie kennengelernt zu haben. Einen schönen Tag noch.“
Mit diesen Worten drehe ich mich um und bewege mich wieder in mein Zimmer. Und nun?
Plötzlich bleibe ich an etwas hängen und kann mich nur noch gerade so auf den Beinen halten.
Auf einmal sind wieder alle Schmerzen da. Hallejulia. Ich liebe mein Leben.
So sehr, dass ich einer Kugel entgegenspringen würde.
Die Ursache für meine akrobatische Hochleistung interessiert mich nicht mal Ansatzweise.
Ich will einfach nur noch schlafen.
Ich falle mehr in mein Bett, als dass ich darauf zu gehe und bin auch kurz danach eingeschlafen. Das ist die einzige Zeit, wo ich nicht leide. Ich gehe nicht mal so weit zu sagen, dass ich glücklich wäre oder zufrieden. Die Begriffe gibt es für mich nicht.
Und ich habe mich dran gewöhnt und es stört mich auch nicht.
Es stimmt also wirklich, man gewöhnt sich an alles.

Tief in der Nacht wache ich wieder auf. Es ist still, so still, dass meine Mutter wieder weg sein müsste. Wurde auch Zeit.
Nach einigen Minuten fängt mein Magen protestierend an zu knurren. Anscheinend sieht er nicht ein, dass Orangensaft zum Frühstück für den Tag reichen soll.

In der Küche bleibe ich erstmal stehen. Riecht es hier nach Essen oder fantasiere ich vor lauter Hunger schon?
Aber bevor ich weiter über meinen geistigen Zustand nachdenke, mache ich das Licht an und sehe eine Plastikdose auf dem Tisch liegen. In ihr befindet sich eine selbstgemachte Reispfanne. Wenigstens ist das essbar. Kurzerhand stelle ich die Dose in die Mirowelle und warte.
Pling!

Gesättigt gehe ich wieder in mein Zimmer. Langsam durchsuche ich alle Schränke. Wo hatte ich meine Kippen untergebracht?
Drei Schränke später hatte ich sie gefunden, dennoch hielt sich meine Freude in Grenzen. Ich rauchte nun schon seit 2 Jahren, allerdings hab ich noch nie ein typisches Suchtverhalten bei mir festgestellt.
Seufzend ging ich vor die Tür, damit kein Rauchgeruch mich verraten würde.

„Hey Nico.“
Mit der Stimme kommt mir eine Gestalt, von der Nacht unkenntlich gemacht, auf mich zu.
Wenn mich Mike auch noch nachts besucht, ist mein Tag wirklich perfekt.
Aber es ist nicht Mike. Grinsend lässt sich der Nachbarsjunge neben mir nieder.
Was an so einer Nacht so lustig ist, will mir nicht einfallen.
„Du rauchst?“, fragt er mich.
„Nein.“, antworte ich, hebe meine Hand and und nehme einen tiefen Zug von der Zigarette.
Er schaut mich kurz verwirrt an, lässt das Thema aber auf sich beruhen.
„Was machst du so spät noch hier?“

Eigentlich wollte ich meine Ruhe genießen, was aber von dem Muttersöhnchen zerstört wurde.
„Du redest wohl nicht viel?“
Ich schweige weiter, vielleicht geht er ja wieder.
„Wartest du auf jemanden?“
Wäre auch zu schön gewesen. Es wird Zeit ihn loszuwerden.
„Eher darauf, dass du verschwindest.“
Diese offensichtliche Ablehnung übergeht er.
„Du könntest ruhig etwas freundlicher sein.“, wirft er mir vor.
„Nein. Jetzt verpiss dich endlich.“
Auch diese Aufforderung übergeht er.
„Doch! Ich wette, wenn du lächelst findest du haufenweise Freunde!“
Langsam werde ich verwirrt. Wieso sollte ich Freunde finden, wenn ich lächle?
/Egal. Es ist vollkommen egal. Mach dir keine Gedanken darüber./
„Hau ab.“
„Ich meine es ernst! Du siehst dann bestimmt total süß aus!“
/Ich bin doch kein Mädchen./ Ich schmeiße den übrigen Stummel in die Auffahrt und gehe ins Haus zurück. Ich fühle mich plötzlich unheimlich müde.
Ich weiß, dass das an dem Neuen liegt. Jede noch so unbedeutende Kleinigkeit wird er morgen vor Mike und den anderen breittreten, die ihn dafür hochachtungsvoll in ihren Kreis aufnehmen werden. Und keine 10 Minuten später wird auch er mich schlagen. Aber ein Schläger, ein blauer Fleck mehr, was macht das schon? Nichts. Nicht in meinem Leben.

Als ich aufstehe fühle ich mich nicht erholt, wie es eigentlich der Fall sein sollte. Doch ich ignoriere es und gehe ins Bad, um mich fertig zu machen.
Beim Frühstücken fällt mir auf, dass ich wieder einkaufen gehen muss, was bei mir allerdings relativ gesehen werden muss. Natürlich würde ich der Einfachheit halber heute die Vorräte aufstocken, aber ich weiß nicht, ob Mike mich gehen lässt.
Ich gehe durch die Haustür und denke, dass mich der Schlag trifft. Nervensäge steht nur wenige Meter vor mir.
„Da bist du ja. Wir müssen und beeilen, sonst kommen wir zu spät.“
Ich komme immer zu spät. So gehe ich sicher, dass ich Mike nicht treffe.
„Redest du immer noch nicht mit mir?“
Langsam gehe ich los und ignoriere ihn einfach. Was soll ich auch schon sagen? Schlag mich gleich?
Praktischerweise ist die Schule nur 10 Minuten entfernt. So komm ich immer hin und wieder zurück, egal in welchem Zustand ich mich befinde.
„Dir macht es wohl nichts aus später zu kommen?“
Ich gehe weiter. Schritt für Schritt. Gleich habe ich es geschafft.
„Isst du auch genügend? Nicht, dass du davon schlechte Laune hast.“
Warum kann der nicht seine Klappe halten? Das ist ja furchtbar.“
„Kannst du nicht mal einen Laut von dir geben? Es ist schwer etwas über dich zu erfahren, wenn du nicht antwortest.“
Was soll das denn jetzt? Durch meine Mutter dürfte er doch genug wissen.
„Hey, ich rede mit dir!“
Plötzlich packt er meinen Oberarm. Von dem überraschenden Scherz überrumpelt zische ich auf. Sofort lässt er wieder los, starrt meinen Arm jedoch an. Kurz darauf schiebt er mein t-shirt ungefragt hoch.
Eigentlich völlig unnötig, man sieht auch so sehr gut die Flecken, wenn man nur genau hinsieht.
„Woher?... Wer war das?“
„Das geht dich nichts an.“
„Wie kann man nur so was tun?“
Blöde Frage.
„Man holt aus und trifft.“
Verärgert schaut er mich an.
„Darüber macht man keine Witze. Hast du noch mehr?“
Das war kein Witz. Das war meine Realität.
„Nerv nicht.“
„Das muss doch wehtun.“
Reine Gewöhnungssache.
Schweigend laufen wir weiter.
„Du bist doch in der 11c, kannst du mir nicht zeigen, wo wir jetzt Unterricht haben?“
Innerlich ermahne ich mich zur Ruhe. Es kann mir egal sein, ob er in meiner Klasse ist oder nicht. Spätestens nach einer Stunde ist er wie alle anderen.
Wie jeden morgen mühe ich mich ab, damit ich die schwere Schultür aufbekomme.
„Ich deute das mal als ja.“
Im Klassenraum setzte ich mich an meinen Platz, links hinten am Fenster.
Der Lehrer beachtet mich nicht, die Nervensäge nahm er aber sofort ins Visier.
„Bist du der neue? Alexander Klaus?“
„Ja“
„Du bist schon an deinem ersten Tag zu spät!“
„Entschuldigen Sie. Ich wusste den Weg nicht und bin daher mit Nico gegangen.“
„Nun gut.“
Der Lehrer sagte nichts zur mir. Ich komme nie pünktlich und jeder hatte schon lange aufgehört, mir Standpredigen zu halten.
„Lass das nicht zur Gewohnheit werden. Stell dich bitte erstmal der Klasse vor.“
„Hi, ich heiße Alex und bin erst vor kurzem hierher gezogen. Wenn ihr mehr wissen möchtet, dann fragt einfach.“
„Gut. Setz dich bitte.“
Kurz blickte er umher, bis seine Augen an mir kleben blieben. Mit einem Grinsen wie atomverstrahlt kommt er auf mich zu.
„Bei dir ist ja noch Platz. Super.“, sagte er und setzt sich einfach hin.
Nicht nur die Klasse sondern auch der Lehrer ist verwundert. Das Getuschel fängt augenblicklich an.
Voller Desinteresse drehe ich mich weg, trotzdem erreichen mich Wortfetzen.
„Oh. Oh!“
„Wenn Mike das erfährt…“
„Der ist echt neu hier.“
Glücklicherweise reagiert er nicht darauf.
Die gesamte Stunde über habe ich meine ersehnte Ruhe, aber mit dem Pausenklingeln, ist es damit vorbei.
„Zeigst du mir die Schule?“
Einfach nicht beachten, der hört schon auf.
„Darf ich dich Nici nennen?“
„Nein!“
Die nächste Stunde beginnt und wie auf Knopfdruck ist wieder Stille. Dachte ich zumindest, bis ich einen Zettel vor mir liegen sehe.
`Wenn du nicht mit mir reden willst, schreib doch mit mir.´
Ich blicke zu ihm und danach wieder auf den Zettel.
Dick und groß schreibe ich `Nein´ darauf und hoffe, dass er es endlich kapiert.
Doch nur wenige Minuten später, liegt der Zettel wieder bei mir. Ich will diesen einfach liegen lassen, werde aber mit dem Ellebogen angestoßen. Nicht besonders doll, aber durch Mikes gestrige Behandlung spüre ich ein stetiges Pochen durch meinen Arm wandern.
`Sei nicht so kratzbürstig. Ich interessiere mich für dich.´
`Das legt sich mir der Zeit.´
`Je bockiger du bist, desto neugieriger werde ich.´
Ich nenne mein Verhalten eher abweisend.
`Lass mich in Ruhe.´
Das Pausenklingeln ist meine Erlösung.
Schneller als Tobias reagieren kann, bin ich auf den Hof verschwunden. Hier bin ich zwar vogelfrei, aber eigentlich bin ich das überall.
„Nici. Wie schön, dass du zu mir kommst. So brauche ich dich gar nicht suchen.“
Ich hasse es. Wie er meinen Namen ausspricht, wie er redet, einfach alles. Aber das erwähnte ich bereits.
„Du sollst ja einen neuen Freund gefunden haben.“
Müde fahre ich mir durch die Haare.
„So einen Freund will ich nicht.“
„Keine Sorge, ab jetzt werde ich mich um ihn kümmern.“
Er soll bloß schnell machen. Meine Nerven halten die Nervensäge nicht mehr lange aus.
„Ah, Nico! Hier bist du!“
Wenn man vom Teufel spricht.
„Mensch, ich hab dich überall gesucht!“
Mit einer Hand zerzaust er meine Haare, gereizt schlage ich sie weg.
Er will was sagen, das merke ich, aber Mike kommt ihm zuvor.
„Hi. Ich bin Mike.“ Er lächelt zwar, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ihn etwas stört. Muss wohl meine Anwesenheit sein.
„Alex. Tag Mike. Sag mal, ist Nico immer so unfreundlich?“
„Leider ja.“
„Hey Nico! Neuer Freund?“
Ein Dritter kommt dazu. Wenn ich mich recht erinnere hieß er Stefan.
Drei Sekunden später habe ich ein nasses klebriges t-shirt an. Stefan ist künstlich gestolpert und so bekam ich seine Cola ab. Was für eine Verschwendung.
„Oh. ‚tschuldige.“
Mit Ekel stelle ich fest, dass ich den restlichen Tag so rumlaufen muss.
„Kannst du nicht aufpassen?“
Alle schauen Alexander überrascht an. Es passiert nicht alle Tage, dass sich einer gegen Mike stellt. Wenn man es genau nimmt sogar nie.
„Alles in Ordnung Nico?“
Ich mach das, was ich am besten kann, nichts.
„Zieh endlich das nasse Teil aus. Du kannst mein Hemd haben.“
Mir widerstrebt es, mich vor der gesamten Schule umzuziehen, Alex leider nicht.
„Ah natürlich. Komm mit.“
Ich frage mich, was nun schon wieder los ist, werde jedoch schon vom Hof gezerrt.
Ich werde ums Biegen und Brechen nicht schlau aus ihm. Wie lange will er noch an mir kleben?
Auf dem Klo lässt er mich los.
„Hier kannst du dich umziehen. So wird niemand deine blauen Flecke sehen.“
Nicht mal zählen kann er.
„Warte, ich helfe dir.“
„Ich brauche deine Hilfe nicht.“
Nachdem ich mein shirt ausgezogen hab, werde ich entsetzt gemustert.
„Oh Gott.“
Er tut so, als wären meine Verletzungen der Weltuntergang. Idiot, er hat mich noch nicht gesehen, wenn ich wirklich nett Zugerichtet war.
„Wer, verdammt noch mal, war das?“
Ich nehme sein Hemd aus seiner Hand und ziehe es an. Es ist keine Überraschung, dass es mir viel zu groß ist.
„Sag mir, wer das war!“
Eisern umklammert er das Hemd.
„Warum?“
Von meiner Frage aus dem Konzept gebracht, schaut er mich nur an.
„Damit ich es dem Typen heimzahlen kann.“
Skeptisch ziehe ich eine Augenbraue hoch. Was für ein komischer Kerl. Er kennt mich doch gar nicht.
Ich drehe mich um und will gehen, habe aber den unerbittlichen Griff vergessen und reiße einen Knopf ab.
Alex beachtet es nicht mal. Naja, es ist ja sein Hemd.
„Kann ich gehen?“, fragte ich sarkastisch. Er soll bloß nicht glauben, dass ich mich einschüchtern lasse. Oder vor Freude aus dem Häuschen bin.
Er seufzt und lässt los.
„Ja.“
Anscheinend hat er resigniert. Na endlich.

Im Unterrichtsraum wartet Frau Weißhaar auf jemanden. Da sie meine Anwesenheit nicht beachtet, schließe ich daraus, dass ich es nicht bin. Deshalb gehe ich auf meinen Platz und schau aus dem Fenster.
„Alle hergehört! Ab dieser Stunde bekommt ihr einen Parallelschüler dazu. Es wird euch freuen zu hören, dass es Mike Baumann ist.“
Ich schalte ab. Die nächsten Worte interessieren mich eh nicht, da dies für mich kein Grund zur Freude ist. Meine Gleichgültigkeit schwankt so schon und wenn ich weiter zuhöre, kann ich sie gar nicht mehr wahren.
Ich würde es nie öffentlich sagen, aber ich war immer froh, Mike nicht in meiner Klasse zu haben. Die wenigen Minuten, die ich hatte, waren schon angenehm.
„Der Grund ist sein Fehlverhalten. Merkt euch das!“
Die Lehrerin geht kurz raus und kommt kurz darauf mit Mike zurück. Er fängt meinen Blick ein. Ein merkwürdiger Ausdruck ist in seinen Augen, den ich nicht einordnen kann.
„Hey, das ist doch dieser Mike vom Hof!“
Alexander hat sich wieder zu mir gesellt. In gewisser Weise bin ich beruhigt, da Mike sich nicht neben mich setzten kann.
„Alles klar, Nico?“
Ich reagiere in keiner Weise. Ich bin wie paralysiert Und bleibe es bis zum Ende der Stunde.
Mein Banknachbar hat mich kein drittes mal angesprochen. Hat er aufgegeben?

Zur Nachprüfung der Frage kann ich vorerst nicht kommen, da mein Peiniger auf mich zukommt.
Komisch, sein scheinheiliges Grinsen fehlt.
„Nico.“, seine Stimme ist ernst.
Was ist heute nur los?
Ich hatte nie ein Problem mit meinem Alltag, aber langsam wird mir alles zu konfus.
„Kommst du bitte mit mir mit?“
Ich nicke automatisch und folge ihm auf den Hof.

Mir war nicht klar, dass ich das erste Mal „Nein“ sagen durfte. Ich habe am Anfang zwar protestiert, aber Schläge waren seine Meinung dazu.

„Was will er von dir?“
Ich zucke mit den Schultern. Woher soll ich das wissen?
„Warum klebt er so an dir?“
Mike ist richtig wütend, so habe ich ihn noch nie erlebt.
Ein Bild taucht in meinen Kopf auf. Oder etwa doch?
Heute ist alles so anders.
„Ich weiß es nicht.“
Er kommt näher. Vorsichtig fährt er über einen blauen Fleck an meinem Hals. Bewundert er ihn?
Noch näher.
Augenblicklich fühle ich mich wie in einem Déjà-vu.
Als hätte ich seinem Blick schon einmal gesehen, seine Berührung schon einmal gefühlt, seine Nähe schon einmal gespürt.
Aber woher?
Das ist zu viel für mich. Meine Umgebung fängt an sich zu drehen. Alles wird schwarz.

Hände zerzausen meine Haare, streicheln über meinen Hals, wandern tiefer.

Erschrocken wache ich auf. Ich liege im Krankenzimmer der Schule. Niemand ist bei mir. Was war das?

Zu Hause versuche ich den heutigen Tag einzuordnen. Leider gelingt es mir nicht.
Ich sollte aufhören zu denken, es bringt sowieso nichts.
Gerade als ich mich umziehe, klingelt es an der Tür.
Sofort gehe ich zu dieser, mache mir keine Gedanken um meinen freien Oberkörper. Es gibt niemanden, der nicht weiß, wie ich umsorgt werde.

„Deine Tasche.“
Alexander mal wieder.
Ich nehme sie aus seiner Hand, da er versteinert wirkt.
Ich gehe um sein Hemd zu holen, als ich zurück bin, hat er sich keinen Millimeter bewegt.
Ist er Tod?
„Hier.“
Er erwacht aus seiner Starre und nimmt es entgegen.
Genau diesen Zeitpunkt hat Mike gewählt, um an meinem Haus vorbeizugehen.
Er stockt, schaut mich genau an und ist binnen weniger Sekunden auch vor meiner Tür.
„Was willst du hier?“, fragt er die Nervensäge.
„Ich habe ihm etwas gegeben.“
„Dann kannst du ja wieder gehen.“
„Warum sollte ich?“
„Weil ich etwas mit ihm bereden will, allein!“
„Dann stell dich hinten an!“

Es ist schon faszinierend, wie sich Alex gegen Mike behauptet, wenn auch nur verbal.
Aber dass die beiden mit mir allein sein wollen behagt mir weniger, besonders bei Mike.
Was war das für ein Bild am Nachmittag? Und wer hat mich im Krankenzimmer berührt?

Die Antwort ist einfach. Es gibt nur zwei Personen, denen ich überhaupt auffalle und beide stehen vor mir.
Ist das eine neue Art von Folter?
Werden die Schläge langweilig?
Angeblich ist das so, wenn man sie nicht beachtet.
Allerdings habe ich nie gesteigertes Interesse an den Prügel gezeigt, demnach hätte es schon lange aufhören sollen.

Oder war es doch Alex gewesen?

Ich bekomme Kopfschmerzen, eine Folge meines Gedankenwirr-warrs.
„Nico?“
Mit einer Hand stütze ich mich am Türrahmen ab.
Was ist nur los mit mir?
Eine Berührung am Arm, einem Stromschlag gleich.

Heißer Atem an meinem Hals. Harter Boden unter meinem Rücken.

Gewaltsam schüttle ich die rätselhaften Bilder ab. Wo auch immer sie herkommen, sie sollen dort bleiben.
Ich schlage die Hand weg und ordne mich.
Vor mir steht nur noch Mike. Wenigstens nur noch einer.

„Sag was du willst und geh!“
Er druckst rum, sagt Worte, die keinen Sinn ergeben.

„Hast du dich an etwas erinnert?“

„Erinnerst du dich?“

„Du hast alles vergessen?!“

„Bitte erinnere dich!“
„Nein!“ Ich renne weg.

Was?
Vor was rannte ich weg?
Verwirrt sehe ich Mike an?
Ist das die Realität?
„Anscheinend nicht“, beantwortet er selbst seine Frage.
Er lässt seine Schulter hängen und geht enttäuscht.

Ich kapier gar nichts mehr.
Bevor ich mir eine Frage stellen kann, stolpere ich zum Bett, lande quer darauf und schlafe sofort ein.

„Was soll das?“
„Ich kann nicht mehr. Ich will dich.“
Die Hand an meinem Bein soll weg!
Wie kommt die überhaupt dort hin?
„Lass mich!“
Mein Widerstand wird nicht beachtet.
„Hör auf! Sofort!“
Die Person lässt los, verschwindet.

Schweißgebadet wache ich auf.
Was ist das nur?
Ich will doch nur meine Ruhe.
Ich will, dass es aufhört!

Der nächste Tag ist furchtbar.
Ich bin die ganze Nacht wach geblieben. Es hat nichts gebracht. Es hört nicht mehr auf. Von Minute zu Minuten wird es schlimmer. Ständig hör ich Wörter, eine Hand, die nicht da sind.

Innerhalb eines Tages wurde ich völlig verändert. Vor 24 Stunden war mir alles egal. Jetzt kann ich nicht mehr aufhören zu denken, nachzufragen, was hier passiert.

„Nico.“

Schon wieder. Ich will das nicht mehr hören.
In der Schule treffe ich die Nervensäge.
„Wie siehst du denn aus?“
Ich ignoriere ihn so gut ihn kann, aber es fällt mir schwer stumm zu bleiben.

Plötzlich greift er nach meinem Handgelenk, panisch weiche ich ihm aus. Blankes Entsetzten spiegelt sich in meinen Augen wieder.
„Fass mich nicht an!“
„Nico, du solltest zum Arzt. Du siehst wirklich nicht gut aus.“
Innerlich danke ich ihm, dass er zu meiner heftigen Reaktion nichts sagt.
„Nein, es geht schon.“
Im Klassenraum kommt endlich Normalität in den Morgen. Keine komischen Bilder, keiner, der mich beachtet.
Die Ruhe vor dem Sturm. Kurz darauf schlafe ich vor Erschöpfung ein.

„Nico.“
Stöhnen.
„Mike.“

Was zum…?! Die Lehrerin beendet gerade den Unterricht.
Was war das! Wieso stöhnte ich Mikes Namen?
Mein Blick fliegt nach vorn, sucht ihn.
In diesem Moment dreht er sich zu mir.
Ich weiß, wie ich aussehen muss.
Verängstigt. Verwirrt.
„Du weißt es!“, schreit er.
Ich zucke, ob der Lautstärke, zusammen.

„Ich werde nie von deiner Seite weichen“
Ein Kuss, so sanft, dass ich seufze.

Ich schüttle meinen Kopf, um wieder klar zu denken.
Und bevor ich mich versehe, springt Mike auf und zieht mich an einen ungestörten Ort.
„Du weißt es wieder!“, flüstert er voller Hoffnung. Doch mir kommt es vor, als würde er schreien.

Was?
Habe ich denn etwas vergessen?
Etwas, was Mike betrifft?
Aber warum sollte er so was mit mir machen?
Wenn ich an das stöhnen zurückdenke, könnte ich glatt rot werden.
„Ich habe zwei Jahre lang gewartet.“
Vielleicht sollte ich sagen, dass ich keine Ahnung habe, wovon er spricht?
Oder meinte er etwa die komischen Sachen, die ich sehe?
Für mich ergibt das alles aber keinen Sinn.
„Wovon redest du?“
Sein hoffnungsvoller Blick verschwindet.
„Nicht noch einmal!“, murmelt er.
Noch einmal?
„Kannst du mir sagen, was das soll?“
„Verdräng es doch nicht dauernd.“

„Es stimmt also. Ein Mensch kann alles vergessen, wenn er es will!“

„Lass mich in Ruhe!“
„Nico!“

Die Bilder kommen immer häufiger.
„Bitte! Ich sehe es doch!“
Um was bittet er?
„Hör mal“
„Nico!“
Was will er?
Soll ich ihm etwa von den Bildern erzählen?

Warum eigentlich nicht? Sonst komm ich hier ewig nicht weg.
„Seit gestern sehe ich so komische Sachen. Ich kann sie aber nicht einordnen.
„Was denn?“
„Wortfetzen, Berührungen.“
„Von wem?“
„Ich weiß nicht.“
„Was sagt die Person?“
Warum will er das so genau wissen?
„Irgendwas mit vergessen und erinnern. Außerdem…“
„Außerdem?“
„…scheint mich die Person mich zu verfolgen, oder so was.“
„Wie bitte?“
„Verfolgen und zu bedrängen“

Ein dunkler Raum.
Ist es Nacht?
Alles ist schemenhaft, als würde etwas meinen Geist verschleiern.
Dumpfe Bewegungen, als wäre mein Körper betäubt.
„Soll ich gehen?“
Mikes Stimme.
„Nein.“

Irgendwas läuft hier falsch. Das steht im völligen Widerspruch zu allen anderen Bildern
„Verfolgen und bedrängen? Nico! Wach auf!“

„Wirklich?“
„Bitte bleib.“
Ich schwanke.
„Hey, Vorsicht.“
Er hilft mir auf ein Bett.
„Du weißt was ich für dich empfinde?“
Ein Nicken meinerseits.
„Ich werde keine Rücksicht nehmen, nur weil du betrunken bist.“
Noch ein Nicken.
Es folgt ein vorsichtiger Kuss.
„Ich werde dich auch danach nicht gehen lassen.“
Der nächste Kuss ist voller Leidenschaft.

Oh.
Eine zusammenhängende Rückblende.
Es kann nur meine Vergangenheit sein. Ich erinnere mich genau, wie ich vor zwei Jahren zum ersten Mal was getrunken habe. Wenn ich genau nachdenke, was an den Tagen davor, de Abend und den nachfolgenden Wochen geschah, will mir nicht einfallen.
Oh.
Heißt das, alles was ich sah, ist wahr?
Logisch wäre es.
Warte!
Hab ich in der Nacht mit Mike geschlafen?
Oh Gott!

„Ich glaub das nicht!“
„Was? Ist es dir eingefallen?“
Wenn meine Vermutung nicht stimmt, werde ich mich gleich höllisch blamieren.
„Dass du mich flachgelegt hast? Ja!“
Mike wird rot.
Irgendwie sieht das niedlich aus.
„Also…ähm…du warst zwar betrunken, aber du hast zugestimmt.“
Ich will ernsthaft darüber nachdenken, ob man das kleine Nicken als Zustimmung werten kann, doch er spricht weiter.
„Ich bin so froh, dass du es wieder weißt.“
Er zieht mich in seine Arme und vergräbt seinen Kopf in meiner Halsbeuge.

Ich nicht!
Meine Zukunftsprognose verschlechtert sich zusehends.
Jetzt werden zu meinen täglichen Körperbehandlungen auch noch erzwungene Streicheleinheiten kommen.
Apropos, warum hat er mit mir geschlafen?
Er sagte was von Gefühlen…Geilheit?
„Warum hast du mich gevögelt? Warst du so geil, dass es dir egal ist, wen du bespringst?
Er schaut mich an wie das erste Auto.
„Wie blöd bist du denn?“
Beleidigt verziehe ich das Gesicht, bevor mir der Unterkiefer auf den Boden knallt.
„Mir ist nicht egal, mit wem ich schlafe! Ich liebe dich!“
Oh.
Das kommt überraschend.
Überzeugt bin ich dennoch nicht.
„Und aus lauter Liebe schlägst du mich tagein tagaus?“
„Quatsch! Ich wollte etwas machen, was du nicht vergisst. Ich wollte deine gesamte Aufmerksamkeit und wenn schon nicht aus Liebe, dann wenigstens aus Hass.“
Er macht eine Pause.
„Aber selbst das schlug fehl!“
Sozusagen ja.
„Sieh mich an Nico.“
Hä?
„Tu ich doch.“
„Warum kapierst du es nicht?“
„Was denn?“
„Ich liebe dich!“
„Ja,ja.“ /Das weiß ich schon./
„Sag nicht einfach ja!“
„Was denn sonst?“
„Es reicht mir, wenn ich dir nicht egal bin.“
Ganz egal ist er mir ja nicht.
„Bist du nicht.“
„Was dann?“
Warum ist er mir nicht egal?
Weil er mit mir geschlafen hat?
Moment!
Warum hab ich das eigentlich zugelassen?
„Ich weiß nicht.“
Mag ich ihn? Geht das überhaupt?
„Wenn du mich auch nur ein bisschen gern hast, solange ich auch nur eine geringe Chance habe, reicht mir das. Nico, bitte sag mir, dass ich sie habe.“
Ich bin nicht dumm. Manchmal langsam, aber nicht dumm.
Ich mag ihn. Ich lass mich eigentlich nicht mal von meinen Eltern anfassen.
Oder von jemand anderes. Bei Mike habe ich jedoch noch nie protestiert.
„Schon, lässt du mich aber nur noch ein einziges Mal „verschönern“, kannst du das vergessen!“
Sandsack will ich nicht unbedingt weiterspielen, wenn es sich so einfach vermeiden lässt.
„Versprochen.“
Ich werde sanft umarmt. Er hat ein überglückliches Lächeln im Gesicht.
Ja, dieses Lächeln, hat immer nur mir gegolten. Und ich mag es sehr.
„Wollen wir gehen? Ich habe keine Lust mehr.“
„Gern.“, antwortet er und Hand in Hand verlassen wir das Schulgebäude.
19.9.08 21:46
 


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