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Kapitel 3 - Die Qual der Wahl

Das war an sich schon ein Schock, aber so wie Chris aussah setzte ein Gefühl ein, welches nicht zu Chris gehören sollte. Mitleid, er sah zum bemitleiden aus.
/Das ist mir doch egal! Der kann doch aussehen wie er will! Ob ich heute Morgen die falschen Tabletten genommen hab?/
Er erschrak als Christian zu ihm schaute. Seine Augen waren leer, kein Gefühl herrschte mehr in ihnen. Zusammen mit den starken Augenringen und dem gleichgültigem Ausdruck in seinem Gesicht, erinnerte dies Kim stark an sich selbst. In dieser Zeit hatte er nur einmal in den Spiegel geschaut und es sofort bereut.
War wirklich er der Grund dafür? Nur weil er nicht mit dem knutschen wollte, musste der doch nicht gleich innerlichen Selbstmord begehen! Diese Reaktion war eindeutig übertrieben!
Langsam ging der Zombie auf Kim zu und setzte sich wie auch schon am Tag davor neben ihn. Kim entschloss ihn heute einfach mal zu ignorieren. Er wollte nicht die Schuld bekommen, wenn sein Banknachbar später von der Brücke sprang.
Warum suchte sich dieser Kerl nicht jemand anderes für’s Bett?!
/Halt Kim! Wer sagt, dass du der Grund bist. Dem kann sonst was passiert sein… auf dem Schulweg./
Er glaubte das doch selbst nicht. Plötzlich wurde er sacht am Arm berührt. Gerade als er die Person zusammenstauchen wollte, weil sie es einfach wagte ihn anzufassen, wurde die Hand auch schon wieder zurückgezogen.
Es war natürlich Chris gewesen. Im Nachhinein hätte er sich gewundert, wenn der es nicht gewesen wäre. Leise fing sein Sitznachbar an zu sprechen.
„Kim, kann ich später mit dir reden?“
Als Chris sein abwertendes und verständnisloses Gesicht sah, sprach er schnell weiter.
„Nur ganz kurz. Bitte. Ich muss dir etwas sagen.“
/Ach so, was denn? Dass du heute nicht den Bus nimmst?/
„Bitte!“, flehte er schon fast.
Man, wenn der dann endlich aufhörte ihn zu bedrängen.
„Ist ja gut! Aber hör auf zu mich ständig anzutatschen!“
Chris öffnete den Mund, doch er machte ihn wieder zu ohne ein Wort gesagt zu haben und nickte zur Bestätigung. Na, wenn der sich mal dran hielt.
Und wirklich, die ganzen 3 Schulstunden hatte Chris ihn nicht mal angestubst. War das die Ruhe vor dem Sturm? Er würde zu gern wissen, was der Große dachte.
/Halt! Es geht mich nichts an und ich will es nicht wissen!/
Zum Glück hatten sie erst ab nächste Woche unterricht. Er verstand zwar nicht was der Lehrer dauernd quatschte, aber er hörte auch nicht zu. Er dachte angestrengt darüber nach, was Chris ihm sagen wollte. Es wollte ihm einfach nichts Bedeutendes einfallen. Immerhin schien es dem Großen ganz schön wichtig zu sein. Plötzlich erstarrte er. Er hatte das dringende Bedürfnis seinen Kopf auf die Tischplatte zu knallen. Dem Bedürfnis ging er auch gleich nach. Ein dumpfer Knall erklang in der Klasse.
/Hatte ich nicht grad beschlossen, dass es mir egal ist?!/
Zäh wurden seine Gedanken unterbrochen als Chris ihn wieder einmal ansprach.
„Kim? Alles in Ordnung?“
/Aber sicher! Ich mache das jeden Tag 10-mal! Das gibt so herrliche Kopfschmerzen!/
„Muss ich das ehrlich beantworten?“
Betretendes Schweigen ließ Kim sich beruhigen.
„War das alles?“
„Nein… am Besten gehen wir ein Stück.“
Über was um Gottes Willen wollte der reden?
/Wenn meine Zusage nicht doch falsch war!/
„Von mir aus.“
Kurz flackerte wieder Schmerz in den Augen von Christian auf, jedoch verschwand er so schnell wie er gekommen war. Kim, dem das nicht verborgen blieb, fragte sich langsam ernsthaft, ob er einen Rekord in Chrissi quälen aufstellen konnte. Zumindest hatte er gute Chancen.
Zusammen gingen sie ein paar Schritte in den nahe gelegenen Park. Zögernd fing Chris an zu reden.
„Weißt du Kim, ich“
„Soweit waren wir schon!“, sagte Kim als er nicht weiter sprach.
„Es war dir unangenehm gestern, der Kuss.“
/Ist das alles? Aber hallo, natürlich, sogar mehr als das, was glaubt der denn!/
„Bist du da ganz alleine draufgekommen?“
„Ich… war am verzweifeln. Ich wusste nicht mehr wie ich dir zeigen konnte, dass ich dich mag.“
/Was?!/
Chris atmete tief durch. Während Kim geschockt vor ihm stand.
„Ich liebe dich Kim.“
/Nein, das sagt der Psycho nicht gerade! Nein!/
Er erwachte wieder aus seinem Schock-Zustand.
„Das kannst du gar nicht! Du siehst mich heute zum zweiten Mal! Zum zweiten Mal!“
„Eigentlich zum dritten mal.“, erwiderte Chris mutig geworden.
/Ui! Er entwickelt Rückrad! Brechen!/
„Und wenn es das Fünfte mal wär, es wären fünf mal zu viel! Außerdem, was erhoffst du dir? Soll ich dir jetzt lachend um den Hals fallen? Hör mal, vergiss deine ’Liebe’ doch und such dir jemand anderes. Bei dem du auch nur ein Hauch einer Chance hast.“
„Kim ich liebe dich. Das kann ich nicht einfach abstellen!“
„Trotzdem, rein objektiv gesehen, was findest du an mir? Stehst du nicht eher auf Machos oder Milchbubis? Ich will ja nicht an deinem Geschmack zweifeln, aber ich glaube du irrst dich gewaltig. Denn schau mich mal ganz genau an und danach dich. Ganz genau. Was fällt dir auf?“, fragte er spöttisch.
„Mach dich nicht über mich lustig!“, sagte Christian ernst.
„So? Sicher! Aber zurück zu meiner Frage. Ich bin das was manche gern als Goth bezeichnen und du ein potenzieller Sunnyboy. Und was sagt uns das? Genau, wir passen nicht zusammen!“
„Ich weiß das doch selbst. Aber ich hab mich nun mal in dich verliebt!“
„Glücklich scheinst du aber darüber nicht zu sein.“
„Würdest du glücklich sein, wenn derjenige den du liebst, dir einen Korb gibt?“
„Du scheinst endlich zu begreifen, dass du keine Chance hast.“
„Lass uns doch wenigstens Freunde werden. Bitte!“
„Erstens hab ich genug Freunde und zweitens würde das nie gut gehen, da ich solche ’Freundschaften’ kenne.“
„Block doch nicht dauernd ab.“
„Ich bin dir gegenüber immerhin schon so offen, dass ich mit dir rede!“
„Danke.“
„Hä?“
/Wieso bedankt der sich jetzt bei mir? Und sein lächeln ist auch unheimlich!/
„Du hast mir gerade eben ein Kompliment gegeben.“
„Du musst dich täuschen!“
„Nein.“
Langsam kam Chris immer näher zu ihm. Reflexartig wich er weiter zurück, bis er auf ein Hindernis stieß. Christian hielt erst an, als er dicht vor ihm stand.
„Kim, ich möchte dich küssen. Nur einmal.“
„Hach, ist das Schade, das eine Mal war doch schon gestern!“
Nervös schaute er sich um. In seinen Gedanken hallte nur ein Wort, weg. Der Blonde redete weiter.
„Ich lasse dich auch zwei Tage in Ruhe.“
„Das musst du auch so. Junge, da ist Wochenende!“
„Wer sagt, dass ich nicht vorbei komme?“
Eine kurze Sekunde stand er still, doch er fing sich schnell und antwortete.
„Ich!“
/Warte mal! Woher hat der Kerl meine Adresse?/
„Ich würde abwarten was deine Eltern dazu sagen.“
Wie bitte? Was hatten seine Alten damit zu tun?
„Immerhin haben sie mich für morgen eingeladen. Zudem soll ich mit dir lernen, damit du vernünftig wirst.“
/Spinnen die?/
„Das hast du dir so gedacht! Aber da mache ich nicht mit!“
„Also was nun? Ein Kuss oder ich bleibe morgen bis nach dem Abendessen bei dir.“
„Ich werde nicht da sein!“
„Och doch, ich glaube schon.“
„Einbildung ist immerhin auch eine Bildung, nicht wahr?“
Jetzt fing Chris auch noch an zu lachen! Was wusste der und er nicht?
„Deine Eltern rechneten damit, aber sie sagten, dass du bleibst, wenn du sonst kein Taschengeld bekommst.“
Wütend funkelte er Chris an. Er glaubte das nicht! Seine Eltern erpressten ihn jetzt schon! Er hätte gedacht die warten noch ein Weilchen! Aber nein, warum denn? Nur damit er nicht einem perversen Psychopathen ausgeliefert war? Lachhaft!
„Und? Was machst du nun?“, fragte Chris grinsend.
„Mich zu erhängen ist ein guter Vorschlag.“
„Ernsthaft Kim.“
„War es ja.“
„Kim!“
/Was glaubt der wer er ist? Mein Vater?/
Ihm war der tadelnde Ton bei Chris nicht entgangen.
„Ok Papi, ich nehme Tor 2!“
„Gut dann sehen wir uns morgen!“
Mit einem breiten grinsen ging Chris weg.
/Warum hab ich schon wieder das Gefühl, der hat was vor?/
Das konnte doch nicht wahr sein! Die schrecklichste aller Nachrichten hielt er aber vor sich verborgen. Er fing an Chris sympathisch zu finden!
21.9.08 19:06
 


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