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Kapitel 5 - Verwirrende Gefühle

Zwei Tage hatte Kim in der Schule gefehlt. In dieser Zeit hatte sich Chris sich nicht einmal gemeldet. Anscheinend war er wirklich wütend, dass Kim nicht kam, obwohl er ja gegangen war.
Und heute musste er zur Schule und sich diesem Christian stellen. Er hatte schon eine Ahnung, wie er alles wieder gutmachen konnte. Erschreckenderweise würde ihm diese Entschuldigung auch gefallen. Manchmal hasste er seine Eltern.
In Gedanken lachte er laut auf.
/Manchmal? Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts!/
Kim wollte ihn nicht wieder sehen. Am Ende war seine Befürchtung noch wahr. Warum musste er es also trotzdem?
Er ging zu seinem Platz und kurz nachdem er sich setzte, fing auch schon das Getuschel an. Hatten die nichts Besseres zutun?
/Man, heute nervt das echt!/
Aus dem Augenwinkel beobachtete er eine Bewegung und wider aller Erwartungen war es nicht Chris. Sondern irgendeine Schnepfe, die er noch nie gesehen hatte. Aber sie ging wohl in seine Klasse.
„Hey, geht es dir besser? Du siehst immer noch krank aus.“
Ein einziger Verschwinde-oder-mach-dein-Testament-Blick reichte aus damit sie sich eingeschüchtert zurückzog. Wo immer sie auch her kam.
Nach ein paar Minuten kam ein ängstlicher Junge auf ihn zugeschlichen. Suhuper! Das war der Tag der Tage!
„Ähm… ich… ich… ich sitze jetzt neben dir.“
Man hatte der Angst, hoffentlich machte er sich nicht in die Hose. Aus einem Anflug unerschütterlicher Gutmütigkeit schaute er ihn nur einmal ganz genau mit einem durchdringenden und verärgerten Blick an und ignorierte ihn dann. Dies schien aber schon auszureichen, damit der Kleine, welcher eigentlich genauso groß war wie er, verängstigt an den äußersten Rand des Tisches rutschte.
Kim bekam einen Schock als er Christian durch das Spiegelbild des Fensters sah. Doch dies änderte sich schnell als er sah wie sich der Schrecken in pink an Chris heftete. Konnte es noch schlimmer werden?
Japp, immer! Denn kein anderer als sein Verehrer flirtete zurück.
/Ruhig! Bleib ruhig! Das geht dich nichts an! Das verlogene… der Typ kann machen was er will! Ich hab ihn weggeschickt, das musste so kommen./
Desinteressiert schaute er nun aus dem Fenster raus. So bekam er auch nicht mehr mit, wie er die restlich Zeit von Chris angestarrt wurde, bis der Lehrer kam.
Ca. 10 Minuten später klingelte ein Handy. Es war natürlich Kims. Er machte sich keinen Kopf und ging ran. Ohne Frage sprang der Lehrer an die Decke.
„Ja?“
‚Hey, biste noch in der Schule?’
„Wenn du’s nicht weißt, warum rufst du dann an?“
‚Sei doch nicht so kalt.’
„Ich leg gleich auf!“
‚Man, biste schlecht drauf. Ich will nur wissen, ob du heute Zeit hast. Wir war’n schon lange nichts mehr trinken.’
„Du meinst du brauchst was zum Vögeln.“
‚So kann man es auch nennen…’
Ein anzügliches Lachen ertönte aus dem kleinen Gerät.
„Wann und wo?“
‚Wie immer. Eins noch, warum haste dich nicht gemeldet?’
„Später.“
‚Aber wirklich! Bis später Kim.’
Wenn man nur Kim reden hörte konnte man das Gespräch leicht Missverstehen, so wie ein großer Blonder es tat.

Der Lehrer sprang im Dreieck und die Klasse hatte noch nie so dämlich ausgesehen. Verzweifelt versuchte er Kim Respekt vor sich einzubringen. Er scheiterte kläglich. Seltsamer Weise bekam Kim nicht mal Extraaufgaben die er erledigen musste. Wahrscheinlich hatte der Lehrer Angst, weil er
1. viel kleiner war als Kim und
2. Kim heute mal wieder zum Fürchten aussah.
Seine schulterlangen blau-schwarzen Haare vielen locker herunter und jedes Haar glänzte um die Wette. Dabei wuchs schon leicht ein dunkelbrauner Ansatz heraus.
Seine dunkelblauen Augen blitzen gefährlich und voller geheimnisvoller Unendlichkeit. Gekonnt hatte er sie heute Morgen durch schwarzen Kajal, dunkelblauen Liedschatten und schwarzer Wimpertusche umrahmt. Wodurch eine abgrundtiefe Kälte von ihm aus strahlte.
Er war sich für seine Verhältnisse schon blass genug und so brauchte er auch kein weißes Puder, was bei ihm sowieso keinen deutlichen Unterschied machte. An seine Lippen kam nur Pflegebalsam, was sie schön weich machte.
Wenn seine Haare nicht über seinem linken Ohr waren sah man einen ungewöhnlichen und reichlich verzierten länglichen Ohrring mit einem blutroten Stein besetzt. Ein Lederband mit einem Schlangenanhänger und einem darauf besetzten Auge war um seinen schmalen Hals geschlungen.
Zudem trug er ein schwarzes T-Shirt, wo sich alle sicher waren, das nur er so gut darin aussieht. Es hatte einen für Männer ungewöhnlich tiefen V-Ausschnitt und am Ende des V’s ging ein nur mit Sicherheitsnadeln befestigter Schlitz quer über das Shirt bis zum Ende des untersten Saums. Es endete kurz oberhalb seines Bauchnabels, so dass man diesen wirklich gut betrachten konnte, wie ein uns bekannter Blonder schon bewundernd bemerkt hatte.
Alles was sich unter bzw. auf der Hüfte befand war ein einziges Kunstwerk.
Locker, aber trotzdem so fest, dass sie nicht bei jedem Schritt rutschte, hing die schwarze Stoffhose auf der Hüfte. An den Oberschenkeln war sie noch relativ eng, ging aber danach etwas auseinander. Zwei Nietengürtel kreuzten ihren Weg auf seiner Hüfte, was ja an sich schon ein Kunststück war, dass diese immer so liegen blieben, aber trotzdem hatten sich noch drei weitere Hüftketten ihren Platz gefunden. Welche aber ein wenig tiefer hingen als der Gürtel auf der rechten Seite.
Eine Meisterleistung, da es nicht überfüllt aussah und das doch entscheidende, dass Kim so ausgezeichnet laufen, ja sogar rennen konnte. Von dem weiblichen Teil wurde er daher immer neidisch angeguckt, weil diese schon bei einer Kette verzweifelten. Ihn anzusprechen und zu fragen trauten sie sich dann aber nicht, er war ja nicht normal. Wie er immer wieder bewies.
Auch durch seine Schuhe, denn diese waren schwarz, mit Schnallen überseht und sahen dazu noch verdammt schwer aus, von der Plateausohle mal ganz abgesehen. Kim wusste, dass das nicht nur so aussah, aber da er seine Lieblingsboots fast täglich anhatte störte ihn das Gewicht gar nicht mehr. Es war eher befremdend, wenn er sie nicht anhatte.
Alles in allem sah er für seine Verhältnisse sehr normal bis dezent aus. Er fühlte sich seltsam beobachtet, aber nicht so ein reines Gaffen über sein Äußeres, sondern eher so, als wollte jemand auf den Grund seiner Seele blicken und sehen was er dachte. Nun gut, nach seinem Gespräch mit Frank, der Verursacher seines fassungslosen Lehrers und auch der geschockten Klasse, war das auch kein Wunder.
/Na ganz klasse Kim! Absolut jeder muss ihn gehört haben, so wie Frank immer ins Handy brüllt. Durch unser ganz spezielles Thema, Sex, wird jeder denken, ich hab was mit ihm!/
Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, wenn das *jeder* dachte, dann auch Christian? Irgendwie wollte er das nicht, ein weiterer Grund, warum er sich ganz schnell andere Tabletten zulegen sollte. Nicht dass das ein Dauerzustand wurde. Aber er wurde das Gefühl nicht los, das es weniger an seinen Pillen lag, als eher daran, dass er keinen schlechten Eindruck bei dem blonden Trampel hinterlassen wollte. Er sollte von Kim nicht wie eine billige Nutte denken.
Er schaute nach hinten, wo Christian saß und bekam gleich einen Wutanfall, den er perfekt zu vertuschen wusste. Der Blonde flirtete schon wieder oder immer noch mit dem pinken Ding, was er aus Angst um seine armen empfindlichen Augen nicht anschaute. Aber wenigstens schien der verlogene Kerl zu merken, dass er mit Blinken aufgespießt wurde. Er schaute zu Kim und dieser wand sich weg, also das musste er sich nun wahrlich nicht antun.
Aus dem Augenwinkel bemerkte er, wie sein jetzt etwas entspannter Sitznachbar schüchtern und leicht enttäuscht einen Jungen aus der Klasse musterte, welcher sich aber lieber mit einem Mädchen eine Bankreihe weiter vorn unterhielt. Er wusste grad genau wie sich der Kleine fühlte. Aber noch schlimmer, er wollte ihm helfen.
/Oh Gott, hat der Kuss alle meine Hirnzellen aussterben lassen oder was ist heute nur mit mir los? Am Besten ich such mir heute Abend auch eine nette Abwechslung. Ich hab ja am Sonnabend gemerkt wie nötig ich es hab./
Aber nichts desto trotz wollte er dem Jungen immer noch helfen, es war zum verzweifeln.
Also seufzte er und versuchte sein Glück.
„Hey.“
Er flüsterte nur noch, aber trotzdem zuckte der Kleine zusammen, er vermerkte sich auch, dass er dessen Namen erfahren sollte.
„Immer schön langsam, ich fress dich schon nicht gleich.“, sprach er um sein Gegenüber zu beruhigen.
„Stehst du auf ihn?“, fiel er gleich mit der Tür ins Haus und nickte in die Richtung, indem der Kleine gestarrt hatte.
Fast schon besorgt sah er, wie sich die Augen seines Banknachbarn verdoppelten. Lag er also genau richtig und hatte ihn dadurch nur noch mehr verschreckt.
Er hatte halt schon immer ein untrügliches Gefühl alles auf einen Blick zu erkennen, wenn er den einen klaren Verstand hatte oder nicht sonst irgendwie abgelenkt wurde. Er seufzte wiederholt und stellt gleich noch eine Frage, damit der Kleine aus seiner Starre erwachte.
„Wie heißt du noch mal?“
„M-M-Mi-Michael“, stotterte er zusammen.
„Gut, Micha, hast du denn schon mit deinem Traumtypen geredet?“
„N-Nein.“
Für seine Ehrlichkeit musste man ihn schon Loben, er hatte immerhin gerade zugegeben in einen Kerl verschossen zu sein, vor einem Wildfremden. Auch wenn es ihn wurmte, dass alle um ihn herum schwul waren, ließ er sich nicht so leicht von seinen neune Plan abbringen.
„Warum nicht?“
„I-Ich“
„Herrgott, nun lass doch mal das stottern“, rief Kim entnervt dazwischen.
Einen Tick zu laut für den Lehrer, der ihn strafend und zugleich verzweifelt anblickte.
Aber auch der Rest der Klasse wand sich interessiert zu den Beiden um.
So eine Seltenheit musste um jeden Preis begutachtet werden! Kim sprach mit jemand anderes als Christian und dann auch noch nett. Kim wollte sich einfach nicht davon stören lassen und redete unbekümmert weiter.
„Und?“
Michael lief feuerrot an, senkte beschämt den Blick und flüsterte so leise, dass sich Kim weit vorbeugen musste.
„Ich trau mich nicht. Und er hat mich doch auch noch gar nicht bemerkt.“
Daraufhin grinste Kim schalkhaft.
„Jetzt schon.“
Wodurch das einzigartige Phänomen entstand und Micha noch ein paar Nuancen dunkler wurde. Er erinnerte Kim irgendwie an einen seiner One-Night-Stands die so verdammt schüchtern war, dass es verboten sein sollte. Eigentlich konnte man gar nicht One-Night-Stand nennen. Am Ende war sie nämlich so im Tee gewesen, dass sie beim Küssen eingeschlafen war. Nicht das er noch nüchtern war, denn als er es merkte, lachte er laut los, als wütend zu werden.
Und endlich, endlich, läutete es zur Pause. Sie hatten zwei Stunden durchgemacht und dafür länger Pause, aber das änderte nichts daran, dass er 90 Minuten Mathe überstehen hatte müssen. Keine 2 Sekunden später wurde er auch schon von einer ungeheuren Kraft in eine abgelegene Ecke des Hofes gezerrt. Es war natürlich Christian.
„Lass los, oder du wirst deinen 19. Geburtstag nicht mehr erleben.“, zischte er.
Der Entführer blieb stehen und sah ihn lange an. Ungerührt sah er zurück.
„Um mich anzustarren hättest du mich nicht nach draußen schleppen müssen. Auch wenn drinnen nicht so gutes Licht ist, kann man mich zweifelsfrei erkennen.“
„Was war das für ein Anruf?“
„Ich wüsste nicht, was das dich angeht. Ich war gerade dabei mich zu unterhalten, also lass mich los, damit ich wieder zurückgehen kann.“
Mit einem heftigen Ruck befreite er sich.
„Warum redest du mit dem Jungen?“
„Weil ich es will.“
„Warum bist du gestern und vorgestern nicht gekommen?“, fragte er vorwurfsvoll weiter.
Schlagartig erwachten seine Schuldgefühle, wo er glaubte, er hätte keine. Er wich Chris’ Blick aus.
„Ich wurde wirklich krank.“
/Mensch Junge, mach was! Vorhin wolltest du noch mit ihm reden und jetzt versuchst du nur wegzukommen. Dich soll einer verstehen!/
Ergeben seufzte er.
„Ich hatte wirklich vor zu kommen.“
Schnell fiel ihm auf, wie zweideutig der Satz war und schaute schnell hoch zu Christian, welcher nur breit grinste.
„In die Schule zu kommen!“
Chris zog ihn weiter bis sie hinter der kleinen Holzhütte waren, die auf dem Hof war. Es vermutete einen Geräteschuppen oder so was in der Art.
„Du scheinst Gewissensbisse zu haben.“, flötete Chris vergnügt.
Verständnislos schaute Kim den Blonden an.
/Und was ist so toll daran?/
„Pff!“, machte er aber nur. Etwas was man auslegen konnte wie man wollte.
Christian drängte ihn immer weiter an die Holzwand zurück.
„Willst du es wieder gutmachen?“, fragte er Kim heiser.
Dieser Schluckte erstmal. Wollte er oder nicht?
Naja, er wollte schon, aber wollte er ihn auch küssen? Letztes Mal hatte es ihm auch sehr gefallen und wenn er jetzt nicht schnell was macht, kommt Christian ihm zuvor. Er war hier noch auf der Schule, jederzeit konnte jemand kommen.
Innerlich stöhnte er auf, das machte ihn mehr an, als dass es ihn abschreckte. Warum zum Teufel wollte er, dass Chris ihm auf keinen Fall zu nah kam?
Er blickte zu Chris Profil hoch. Es hatte ihm sogar mehr als gefallen und er entwickelte eine gewisse Sehnsucht nach einem weiteren Kuss. Was konnte schon passieren?
Mit seiner rechten Hand zog er Chris immer näher zu sich und legte sie anschließend in seinen Nacken. Er wollte einen dieser atemberaubenden Küsse und zwar jetzt.
Erschrocken über seine eigenen Gedanken wachte er wieder aus seiner Trance auf, kurz bevor sie sich geküsst hätten und entfernte sich ein paar Schritte von dem Blonden.
/Das darf doch nicht wahr sein!/
Warum dachte er so etwas? Ihm war zum heulen zumute, zum Glück hatte er vor Jahren verlernt wie das geht. Um keinen Preis wollte er eine Schwäche vor Christian zeigen.
Apropos Christian, was machte der?
Dieser stand völlig perplex da und starrte zu Kim, verstand nicht was jener wollte. Aber das wusste der Schwarzhaarige auch nicht. Um genau zu sein, zweifelte Kim gerade an sich selbst. Erst zog er Chris zu sich, mit der vollen Überzeugung ihn gleich Küssen zu wollen und dann rannte er weg. Und jetzt war er sich nicht mehr sicher ob es gut war wegzulaufen und Chris fast zu küssen. Aber wer verstand das?
Vielleicht sollte er doch mal zu einem verdammt guten Psychologen. Das war jetzt aber nicht sein Problem. Denn dieses war, dass er hier stand und Christian dort drüben und er ihn unentwegt anstarrte. Er starrte paralysiert zurück.
/Und nun?/
21.9.08 19:08
 


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