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Kapitel 4

„Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!“
Dieser Schrei kam in jedem guten Horrorfilm vor, früher oder später, wenn die Protagonistin mit Körbchengröße D von dem hässlichen Monster verfolgt wurde. Da bekam man ja Komplexe, weil man nicht so einen gigantischen Vorbau hatte. Ich fand das ja nur unpraktisch. Ich meine, die sind doch dann nur im Weg und verursachen Rückenschmerzen. Nein danke, da behielt ich lieber meine perfekte B.
„Du, die ist jetzt schon zweimal an dem Schild „Ausgang“ vorbei gerannt. Die hat die Intelligenz wohl mit dem Löffel gefressen.“
Georg blickte nur gebannt auf die Flimmerkiste. Nicht, dass der Film so spannend wär, allerdings legte er größere Begeisterung an den Tag, wenn eine Frau, nur mit einem dünnen Hemdchen und einem knappen Slip, durch die Gegend rannte. Außerdem aß er mir die ganze Pizza weg!
„Hey, so geht das aber nicht!“, protestierte ich. „Ich hab mir die Pizza redlich verdient.“
„Du hattest schon das Eis, hab dich nicht so.“
„Na und? Du hattest sogar gleich einen Eisbecher!“
Es war faszinierend, wie viel Georg essen konnte. Wo steckte er das nur hin? Er seufzte und überließ mir die kümmerlichen Reste. Es hatte sich jeder gegen mich verschworen. Von dem einen bekam ich nur Wiese und vom anderen gleich gar nichts. Ich wusste nicht, warum mich jeder auf Diät setzen wollte, ich ließ so was aber auch nicht zu. Meine Beine bewegten sich ganz automatisch und führten mich zu einem kühlen Gerät, was so manche leckere Nahrungsmittel enthielt. Zum Beispiel den Pudding! Mit meiner Beute kehrte ich ins Wohnzimmer zurück. Georg holte eine Hülle aus dem Schrank, die Verdächtig nach „Batman Returns“ aussah.
„Nein!“
Bei solchen Sachen musste man schnell reagieren.
„Ich schau mir den nicht an. Nicht noch einmal! Ich wusste davor ja gar nicht, wie schlecht ein Film sein kann.“
„Ach komm, du übertreibst!“
„Das hättest du wohl gern! Da mach ich nicht mit!“
„Nur einmal. Bitte.“ Er setzte seinen besten Hundeblick auf. Den, dem ich nicht widerstehen konnte.“
„Nein, du weißt, wie sehr ich den Film verabscheue. Fast die ganze Zeit bemitleidet er sich selbst wegen seinem ach so traurigem Leben. Ich versteh den Kunden einfach nicht. Außerdem mag ich den Schauspieler nicht.“
„Da hast du es. Du magst den Schauspieler nicht. Deshalb bemühst du dich auch nicht den Film gut zu finden. Ich will dir halt nur zeigen, wie er wirklich ist.“
„Langweilig und Depressiv?“
„Nur am Anfang! Wenn du damals nicht eingeschlafen wärst, hättest du auch das spannende Ende mitbekommen!“
„Da gibt es echt Spannung?“, fragte ich skeptisch nach. Wie weit würde Georg gehen, damit wir uns den noch mal anschauen?
„Ich versteh dich. Was wäre, wenn ich dir versprechen würde, dass ein gutaussehender Typ mitspielt.“
„Damit meinst du aber nicht zufällig Christian Bale?“
„Nein, den nicht. Ich weiß, dass du den nicht attraktiv findest.“
Jetzt steckte ich in einer ziemlichen Misere. Wollte ich es wissen oder nicht? Ich meine, ich wollte schon einen netten Kerl sehen, aber dafür mir den Streifen antun?
„Gib dir einen Ruck!“
„OK, aber die nächste Pizza ist ganz allein für mich!“
„Danke, du bist ein Schatz!“ Wie es sich gehörte, knuddelte er mich bevor er meinen Untergang in den DVD-Player einlegte.

„Es muss so schlimm sein, Angst vor Fledermäusen zu haben.“
Ich wurde ignoriert, wie die letzte Stunde, aber ich konnte meine Kommentare einfach nicht für mich behalten.
„Mein Gott, schau ihn dir an, verschwendet sein Geld und beschwert sich, dass er sich Freunde kauft.“
Dann tauchte ein niedlicher Typ auf. Zwar nicht direkt mein Typ, doch er hatte was.
„Ui, wer ist denn das?“
„Ich wusste, er würde dir gefallen.“
„Nun sag schon.“
„Ich würde dir jegliche Spannung rauben.“
„Es war nie eine da. Sag’s endlich!“
„Das ist der Bösewicht mit dem halluzinogenen Gas.“
„Boah, ich steh auf die Bösen!“
„Luc!“
„Vorhin hast du auch die Tussi angeglotzt!“
„Aber ich habe dir meine Gedanken erspart.“
„Schau ihn dir an! Der ist total verrückt.“
„Ich weiß.“
„Das macht sexy.“
„Ich wusste nicht, dass dein Geschmack so gelitten hat.“
„Mecker nicht, er macht den Film erträglich.“
„Wenigstens was. Und jetzt sei leise.“
Natürlich blieb ich nicht leise. Wie gesagt, bei blöden Filmen kann ich einfach meine Klappe nicht halten. Aber ich blieb bei meinen üblichen Sprüchen. Und das schien ihm zu reichen.

„Was machen wir jetzt?“
Ich schielte auf die Uhr an der Wand.
„Ich fürchte nichts mehr. Andrew holt mich gleich ab.“
Demonstrativ zog er eine Augenbraue hoch.
„Ich glaube, dass wäre dann der kürzeste Abend, den wir je zusammen verbracht haben.“
„Hey! Ich musste mich kooperativ zeigen. Immerhin ließ er mich gehen.“
„Es ist echt komisch, wie du dir seit Neustem dein Leben vorschreiben lässt.“ Und leiser, so, dass ich es fast nicht verstand, fügte er an: „Und wenn ich nicht sehen würde, wie gut dir das tut, würde ich eingreifen.“
Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und holte mir noch was zu trinken. Andrew hatte zwar gesagt, dass er mich halb 12 abholen will, aber vielleicht würde er ja zu spät kommen?
Auf die Sekunde genau, klingte es an der Tür Perodd. Wer mag das nur sein.
„Komm rauf, ich bin noch nicht fertig.“, rief ich durch die Gegensprechanlage, bevor er was sagen konnte.
Drei Sekunden später stand er vor mir.
„Was meinst du mit ‚noch nicht fertig’?“
Ich lächelte ohne mein zutun, merkte es nicht einmal.
„Och, wir sind gerade in der Batman-Phase, willst du nicht mitmachen?“
„Nein danke, ich war erst vor einem halben Jahr auf einem Kindergeburtstag.“
„Manchmal kannst du echt Scheiße sein.“
„Ich will nach Hause, es war ein langer Tag. Nur deinetwegen kann ich nicht auf dem Sofa liegen.“
„Du musst mich nicht abholen.“, erinnerte ich ihn. „Du hast darauf bestanden.“
„Nicht jetzt. Klären wir das bei mir.“
Er sah total fertig aus, das musste ich zugeben. Sollte er hier bleiben, nur weil ich gern meine Zeit mit Georg verbrachte, den ich eh ungelogen jeden Tag sah?
Ich ging zu dem leidenschaftlichen Batmananhänger.
„Sorry, ich werde gehen. Andrew geht es nicht gut.“
Ich gab ich noch fix einen Kuss auf die Wange, zum Abschied und er umarmte mich noch mal.
„Wir sehen uns morgen, ja?“
„Klaro. Tut mir Leid, nächsten Freitag bleib ich länger.“
„Schon gut, so kann ich Felicia anrufen.“
„Alter Schwerenöter.“, grinste ich.
Zurück bei Andy zog ich meine Jacke an und versuchte zur Abwechslung freundlich zu sein.

Es klappte ganze 50 Sekunden. Bis wir im Auto saßen.
„Küsst du ihn immer?“
„Was soll denn diese Frage. Natürlich geb ich ihm ein Küsschen zum Abschied.“
„Warum aber einen Kuss?“
„Warum nicht? Es ist ja nicht so, als ob wir uns rumbeißen würden.“
Also echt! Mich wollte er nicht anfassen, aber ein anderer durfte es auch nicht.
„Dir ist schon klar, dass ich meine Bedürfnisse auf jeden Fall befriedige. Mit oder ohne Zustimmung.“
Sein Gesicht wirkte wie versteinert. Er war doch selbst Schuld. Er könnte doch einfach mit mir schlafen! Langsam wurde ich auch stinkig.
Er sagte keinen Ton, bis wir in seiner Wohnung waren.
„Es ist ja nur ein Kuss.“
Und schon presste er mich mit seinem gesamten Gewicht und seiner ganzen Kraft an die Wand, neben der Tür.
Oh, er war mehr als angepisst.
„Andrew, warte mal. Ich hab das nicht so gemeint. Ehrlich! Es tut mir leid.“
Er raubte weiter, was ich ihm längst gab.
„Hör auf mich zu umklammern, das tut weh. Andy!“
Schnaubend ließ er mich los.
„Hast du mit einem Mann geschlafen, während du hier warst?“, verlangte er fordernd zu wissen.
„Wa – Nein!“
„Hast du irgendjemanden außer mir Avancen gemacht?“
„Andy! Was zum Teufel ist mir dir los?“
„Ich dreh durch in deiner Gegenwart.“
„Danke!“
Er atmete hörbar ein und aus.
„Hattest du nach mir mit jemanden Sex? Jemanden geküsst oder dergleichen?“
Ich verzog mein Gesicht in völligem Unglauben.
„Nein.“
„Gott sei Dank!“
Er drückte mich wieder gegen die Wand, aber diesmal war es anders. Er versuchte nicht mich mit aller Gewalt zu überwältigen. Ich seufzte auf und begann einen feurigen Kuss. Ein Zittern nahm besitz von meinem Körper. Ein Zeichen, wie sehr ich ihn begehrte. Er ließ sich nicht zweimal bitten und schaffte es, mich wieder einmal um den Verstand zu bringen. Sekundenschnell entfachte er einen Brand in mir.
Ich presste jeden Millimeter Luft zwischen uns weg. Umschlang ihn mit meinen Beinen und legte haltsuchend meine Arme um ihn. Langsam, ganz langsam begann ich mein Becken kreisen zu lassen. Er knurrte auf.
Wie ich diesen Laut liebte.
Angespornt fing ich an ihm wahrlich die Kleidung vom Leib zu reißen. Beschwerden würde ich später annehmen.
Seine Muskeln waren himmlisch. Er war so durchtrainiert, wie es ein Mann ohne Steroide werden konnte und ich belohnte seine harte Arbeit, indem ich seine Muskeln leicht massierte, während ich sie erkundete.
Meine Hände wanderten weiter auf seinen Rücken. Strichen auf und ab. Hoch und runter. Ich kratze ihn, hoffentlich nicht zu stark.
Ich weiß nicht wie, aber ich hatte plötzlich nur noch die Hälfte an. Sehr angenehm, auch wenn ein wenig Abkühlung ein Wunschtraum blieb.
Seine Hände massierten meine Brüste durch den BH. Fest, geübt und mein Unterleib bewegte sich daraufhin schneller.
Ich merkte, wie es sehr eng wurde in seiner Hose. Meine Hände wanderten auf den Bereich zu. Kein Zweifel lag in meinen Taten. Ich bekam endlich, was ich mir seit einer Woche wünschte.
Mehr als nur hektisch nestelte ich an seinem Knopf herum, der nicht aufgehen wollte. Andrew bemerkte meine Bemühung und hob mich kurzerhand hoch.
„Tut mir leid, aber ich kann dir nichts mehr zu Essen machen. Ich hoffe, du überlebst auch so die nächsten drei Tage.“
„Ich bin resistent.“, bekam ich nur heraus. Was interessierte mich auch in so einem Moment Essen?
„Couch oder Bett?“
„Was ist näher?“
„Couch.“
„Couch.“
Schnell wurde ich abgeladen und wieder so herrlich geküsst. Ich stand unter Feuer. Bei Gott, ich verglühte!
Es musste endlich zum Äußersten kommen!
„Andy, ich kann nicht mehr!“
„Nur noch ein bisschen!“
„Andy, ich - “ Er küsste mich hungrig und ich stöhnte ungehalten auf, als er sich auf mich legte. Nackt.
Ich war kurz vorm Hyperventilieren!
Als er mit seiner Arbeit fort fuhr setzte jegliches Denken bei mir aus.
Es gab nur noch die heißen Hände, die den Weg nach unten suchten. Die erregnenden Küsse, heiß, feucht, saugend an meiner Haut. Der Körper, der in meinen Rhythmus hineinfand. Mein Verlangen immer weiter schnürte.
Das letzte Kleidungsstück, mein Slip, wurde resolut vom meinem Körper entfernt. Und ich saß nur noch Sterne.

„Hilfe!“, krächzte ich. Meine Kehle war nach dem Abenteuer völlig ausgetrocknet.
„Ich bin noch nicht fertig.“, keuchte er schwer. Und machte Anstalten, von vorn zu beginnen.
„Du wahnsinniger! Lass mich kurz ausruhen!“
Ich musste unbedingt meine Meinung über Andrew revidieren. Er war keine sieben. Er war eine 15!
Inzwischen war schon wieder morgen. Genau genommen ist schon vor einer Weile morgen geworden. Ich hatte noch keine Gelegenheit auf den Wecker zu schauen. Erst musste ich mich wieder bewegen können.
Mit Schwung stand er auf und dehnte sich. Vom Bett aus hatte ich eine herrliche Aussicht. Mir war es nur ein Rätsel, dass er schon stehen und gehen, wie ich gerade entsetzt beobachtete, konnte.
„Willst du auch was zu trinken?“
„Oh ja, bitte! Wasser!“, rief ich, wie ein Mensch, der seit Wochen in der Sahara war.
Er sah aber eigentlich nur sehr zufrieden und sehr glücklich aus.
Nach wenigen Minuten, ich vermutete es zumindest, kam er mit zwei Gläser und einer ganzen Flasche voll H2O wieder.
Ich hätte ihn küssen können. Was ich auch gleich tat.
„Hast du deine Meinung geändert?“
„Nein, ich häng an meinem Leben.“
Er grinste dreckig und selbstzufrieden.
„Ich versuche Mal duschen zu gehen.“
„Alleine?“, fragte er noch mal nach.
„Alleine!“
So schnell es mein Zustand zuließ verschwand ich im Bad. Wenn das so weiterging könnte ich am Montag nicht mehr zur Schule gehen!

Etwas irritierte mich. Ich war gerade am Spiegel vorbei gehumpelt und hatte etwas im Augenwinkel gesehen. Verwundert drehte ich mich und erschrak.
Wenn ich glaubte, dass ich das letzte Mal viele Knutschflecke hatte, so hatte ich mich getäuscht. Es war nur ein Bruchteil von dem, wie viele meinen Körper nun bedeckten. Wie sollte ich denn so rausgehen? Hals, Brust, Bauch, Beine, alle waren voll von seiner enthusiastischen Bemühung, mich zu kennzeichnen.
Warum immer ich?
Entkräftet, ich hatte immerhin keine Sekunde schlafen können, ließ ich mich von dem warmen Wasser umschmeicheln.
Ein Hämmern holte mich zurück in die Realität.
„Lucy? Georg ist da. Er wartet im Wohnzimmer.“
Woher wusste er, dass ich hier war? Ich hatte ihm doch gar nicht die Adresse gegeben?
Notdürftig wusch ich mich ab, zog mir ein paar Sachen drüber und hastete in die Stube.
Was ich da sah, ließ mich das Grauen neu definieren.
Andrew und Georg unterhielten sich über Batman. Besser gesagt, sie debattierten, welcher Superheld der Bessere war. Spiderman oder Batman? Georg war voll und ganz für die Fledermaus, während sich Andrew mehr für die Spinne einsetze. War Spiderman uncool, weil er so dämlich rumkrabbelte?
Ich stimmte auf jeden Fall für den suizidgefährdeten Batman. Der war zwar langweilig, aber der Tag, an dem ich einem Insekt mehr als eine Staubwolke schenke, verursacht durch mein wegrennen, würde nie kommen.
„Hey Georg. Woher weißt du, wo seine Wohnung ist?“
„Oh. Hey. Der Direx rief kurz bei mir durch, er wollte wissen, wie es dir geht. Ich sag dir, der hat einen Aufstand gemacht, weil ihr nicht ans Telefon gegangen seid.“
„Da müssen wir noch beschäftigt gewesen sein. Kaffee?“
„Espresso, einen doppelten.“
„Hat Felicia dich wach gehalten?“
„So in etwa.“, grinste er mich dreckig an.
„Dennoch muss ich dich enttäuschen, ich habe keine Espressomaschine, wir müssen wohl mit dem guten alten Kaffee auskommen.“
„Erst Spiderman-Fan und dann auch noch keine Espressomaschine besitzen!“, maulte er über
Andy.
„Und als nächstes geht die Welt unter. Ich weiß. Komm, du hast doch sicher auch Hunger. Wenn wir Glück haben, dann ist sogar was Essbares im Kühlschrank, was nicht früher für Hasen bestimmt war.“
„Häh?“
„Ich bekomm von Andy nur noch diese vegane Pampe.“
Andy gesellte sich zu uns und schüttelte den Kopf.
„Und das nur, weil ich dir öfter einen Salat mache. Auf deinen Wunsch hin.“
„Aber diese Zeiten sind vorbei!“ Enthusiastisch begab ich mich in Pose. „Von nun an kann ich wieder essen, was ich will. Hotdogs, Erdnussbuttersandwichs und soviel Kuchen ich verdrücken kann.“
Die beiden Männer schauten mich skeptisch an.
„Was hast du mit ihr gemacht?“, beschwerte sich Georg.
„Ich glaube die Diät hat ihr Gehirn aufgeweicht.“
„Warum hast du sie auch auf Diät gesetzt? Sie hat das nun wirklich nicht nötig.“
„Sie wollte es so. Sie hat mir fast einen ganzen Abend lang die Ohren voll geheult, dass sie fett werden würde, wenn sie keinen Sport macht. Da hab ich ihre Ernährung umgestellt.“
„Du machst Sport?“, wendete sich Georg geschockt an mich.
„Nur den, den du heute Nacht mit Felicia gemacht hast.“
„Achso. Sag das doch gleich. Ich dachte schon, du wärst unbemerkt zu einer dieser fitnessbewussten nervenden Leuten geworden.“
„Keine Sorge. Eh ich mich richtig körperlich betätige geht die Welt unter.“
„Du sagst es!“, pflichtete mir Georg bei.
Andy konnte nur den Kopf schütteln. Ich wettete, dass er sich auch nicht für die ganzen Möglichkeiten interessiert, wie man Sport am besten schwänzen konnte, obwohl man zum Unterricht da war. Ich kannte da eine endlose Liste, die ich im Laufe meiner Schulkarriere immer weiter verlängert hatte. Es war wirklich unglaublich, was die Sportlehrer einem alles abkauften. Zum Beispiel hatte ich bei einem die gesamte achte Klasse über meine Tage! Und er hatte es mir geglaubt! Oder ich punktgenau immer zum Seilspringen für gute 15 Minuten auf dem Klo verschwand.
„Tja, du bist hier der Einzige, der sich hier körperlich Ertüchtigt.“
„Das klingt wie ein Vorwurf.“
„Oh. Das klingt nicht nur wie einer. Es ist einer!“, feixte ich.
„Komm erstmal in mein Alter. Dann wirst du ganz automatisch anfangen Sport zu machen. Die Zeit ist halt der effektivste Figurkiller.“
Meine Augen wurden augenblicklich schmal.
„Danke. Ich hasse dich auch.“
„Kinder. Nicht streiten.“, mischte sich Georg ein.
Andrews Augenbraue schnellte zu seinem Haaransatz. Er ersparte sich jedoch jeglichen Kommentar.
Da klingelte es an der Tür. Gab es heute etwas umsonst in Andys Wohnung?
Ich setzte mich in Bewegung und ging so gut ich eben konnte an die Tür. Mal ehrlich, eine Schnecke wäre schneller gewesen.
Auch die Person die an der Tür stand dachte dies, so wie sie sturmklingelte.
„Ja, ja. Ich komme ja schon.“, schrie ich, um dem Lärm zu stoppen.
Ich riss die Tür auf und wer stand davor?
„Onkel Leo.“, begrüßte ich ihn erstaunt.
Klar, er hatte noch gefehlt.
„Lucy! Ich hab mir solche Sorgen macht. Warum bist du nicht ans Telefon gegangen?“
Verdammt! Weil ich ja nicht ahnen konnte, dass er so einen Aufstand macht.
„Da muss ich noch geschlafen habe.“
In Gedanken lachte ich auf. Was war Schlaf?
„Oh.“
Ich seufzte.
„Wir sind gerade dabei zu Frühstücken. Möchtest du uns Gesellschaft leisten?“
„Gern.“
Zusammen gingen wir zurück in die Küche. Meine Augen quollen über, als ich Donuts erblickte. Donuts! Und wenn mich meine Augen nicht täuschten waren sie mit Füllung!
Ich trat näher. Schnupperte in der Luft.
„Oh mein Gott. Schokoladenstreuseldonuts mit Vanillecremfüllung und eins mit Schokoladencremfüllung.“
„Manchmal machst du mir echt Angst.“ Georg blickte mich ungläubig an.
Ich gab zu. Ich war ziemlich versessen auf Gebäck und kannte mich daher auch ein bisschen darin aus. Aber Georg übertrieb wie immer.
Als er sich einen nehmen wollte, schrie ich auf und sprang dazwischen.
„Du bekommst nicht den Einzigen mit der Schokocremefüllung!“
Paralysiert blieb er stehen.
„Luc? Alles klar?“
Ich nahm den Donut und biss ab. Genießerisch stöhnte ich auf.
„Jetzt schon.“
„Ich revidiere meine Meinung. Nicht nur manchmal, du machst mir Angst!“
„Leg dich nie mit einer hungrigen Frau an. Du verlierst.“
„Danke für den Tipp.“ Dann wandte er sich an Andy. Er flüsterte, damit ich es nicht so gut verstehe. „Wenn du sie noch mal auf Diät setzt, werde ich sie in deiner Wohnung einsperren.“
Schmollend drehte ich mich zu Leo um.
„Hast – hast du ihr meine Meinung gesagt?“
„Ja. Ich habe ihr deinen Standpunkt erklärt. Sie hat sich sehr einsichtig gezeigt. Sie … sie wird mir das Sorgerecht übertragen.“
Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Komisch war nur, dass es trotz allem befreiend war. Jahrelang wollte ich ihre Aufmerksamkeit haben. Ihre Liebe. Als Kind gab es für mich nichts Wichtigeres. Irgendwann wurde ich das Warten leid. Ich gab vor, dass sie mir egal geworden wären. Natürlich war es nicht so. Jeden Tag schaute ich in den Briefkasten, in dem nie ein Brief von ihnen war. Hörte den Anrufbeantworter ab, auf den keine Nachrichten waren. Und mit der Zeit wurde es leichter. Doch irgendwie hatte ich nie aufgehört zu warten. Doch nun war es vorbei. Endgültig. Für immer.
Es tat gut. Es war, als wäre ein riesiger Stein von meiner Brust gefallen. Mir tat das so unglaublich gut. Ich brauchte sie eh nicht. Sie waren nie da gewesen. Aber Georg. Andy, Ian und Leo seit Neustem. Sie sorgten sich ernsthaft um mich. Unbewusst fing ich an zu lächeln.
„Wie ich sehe hast du nichts dagegen.“
„Nein, das ist mir sogar lieber.“
Stürmisch umarmte mich mein Onkel.
„Onkel Leo. Äh, was wird das?“
„Ich muss doch meine Tochter zur Begrüßung knuddeln.“
Wenn er das jetzt jedes Mal machte, muss ich die Schule wechseln. Ein Knurren ließ ihn innehalten.
„Auch wenn Sie ihr Vater sind, müssen Sie sie nicht stundenlang umklammern.“
Er achtete aber gar nicht darauf.
„Onkel Leo? Äh, es ist toll, dass du dich so freust. Doch wenn Georg alle Donuts aufgegessen hat, werde ich leider ungemütlich.“
Prompt hörte er auf und ich schnappte mir den letzten Vanilledonut.
Ich konnte ihn jedoch nicht genießen, da sich besitzergreifend zwei Arme um mich schlangen.
„Was hältst du davon, wenn wir heute Abend schick essen gehen? Ganz allein? Ohne den üblichen Anhang?“
„Ich würde dir dementsprechend meine Dankbarkeit zeigen.“
Ein lüsternes Grinsen schlich sich auf seine Lippen.
„Ganz genau.“, versprach ich ihm.

„Lucy! Ich könnte auch mit dir Essen gehen!“, verkündete Onkel Leo.
„Das ist echt lieb. Aber heute möchte ich mit Andrew allein sein.“
„Wollen wir nicht erstmal Frühstücken. Wenn ich noch eine Minute auf meinen Kaffee warten muss, mach ich Luc Konkurrenz.“
Da hatte er allerdings Recht. Wir standen zwar in der Küche rum, doch bis jetzt haben wir keine Anstalten gemacht, zu frühstücken. Die Donuts zählten nicht. Wo kamen die eigentlich her? Ich äußerte den Gedanken laut. Wer weiß, vielleicht gab es da, wo sie herkamen, noch mehr?
„Ich war beim Bäcker, bevor ich herkam.“, klärte Georg das Geheimnis.
„Du bist so ein Schatz.“
Als Dank gab ich ihm einen Kuss auf die Wange.
Andy, der Kaffee aufgesetzt hatte, schaute mich mahnend an. Ich erwiderte mit einem Zwinkern.

„Setzt euch endlich, damit wir anfangen können.“
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen.
5.11.08 22:28
 


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